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  • Author or Editor: Johannes Dillinger x
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Ungeschehene Geschichte von der Antike bis zum Steampunk
Wie wäre die Weltgeschichte verlaufen, wenn Hitler den Zweiten Weltkrieg gewonnen hätte? Wenn die Südstaaten im amerikanischen Bürgerkrieg gesiegt hätten? Wenn die Computerrevolution nicht eingesetzt hätte? Johannes Dillinger nennt solche Gedankenspiele »Uchronien« und lässt seine Leser ein faszinierendes Genre entdecken – in Geschichtsschreibung und Literatur, Film und Popkultur. Dieses Buch voller Überraschungen zeigt, dass die Beschäftigung mit ungeschehener Geschichte nicht nur Ausgangspunkt zahlreicher literarischer Werke war, sondern auch Drehbuchautoren und Künstler inspiriert hat. Im »Steampunk« ist die Idee einer anders verlaufenen technischen Revolution zur Grundlage einer Szene-Ästhetik geworden, die auf die phantastischen Romane von Jules Verne zurückgeht. Doch die Uchronie ist nicht nur heiteres Spiel mit Geschichte – sie kann von Historikern auch dazu genutzt werden, ihre eigenen Auffassungen über das Verhältnis von Gesetzmäßigkeit und Zufall, Individuum und Gesellschaft, Strukturen und Ereignissen zu überprüfen. So bietet dieser unterhaltsame Parforceritt durch überraschende, kuriose und manchmal auch erschreckende Szenarien vielerlei Anregungen, um sich in die Welt der ungeschehenen Geschichte zu stürzen.
Kontrafaktisches Erzählen und Erinnerungskultur
Mit der Frage „Was wäre gewesen, wenn...?“ setzen die Autoren von „Interventionen in die Zeit“ ein. In Umbruchzeiten – Mauerfall oder das Ende des Sowjetimperiums – haben derlei kontrafaktische Geschichten Konjunktur. Bekanntes erscheint anders, Vergessenes oder Verbotenes als Fakt.
Der Band versammelt Beiträge über kontrafaktische historische Narrative aus vergleichender literatur-, medien- und geschichtswissenschaftlicher Perspektive. Ein besonderer Akzent liegt dabei auf den postsozialistischen Kulturen Osteuropas sowie auf der Frage danach, wie kontrafaktische Narrative als konstituierende und dynamisierende Elemente von Erinnerungskulturen fungieren. Das Kontrafaktische kann ‚Ungeschehenes‘ geschehen machen, kann Geschichte erfinden, Verhandlungsspielräume erweitern, läuft dabei aber immer Gefahr, eine Allianz mit politisch restaurativen Kräften zu bilden.