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Author: Mihai Márton

Die Untersuchung von ungarischen ethnischen Bezeichnungen deckt gesellschaftliche Veränderungen und Fragen nach der bisherigen Sichtweise über ethnische Gruppen auf. Während der sozialistischen Periode gab es in Ungarn keine öffentliche Debatte über die Ungarn in den Nachbarstaaten, was sich aber nach 1990 geändert hat. Eine genaue Untersuchung zweier ungarischer Tageszeitungen mit hoher Auflage während der hitzigen Debatte um das so genannte Ungarische Statusgesetz (2001-2003) zeigt, wie präsent dieses Thema in Ungarn ist. Dieses Gesetz bot den in Nachbarstaaten lebenden Ungarn bestimmte Zuwendungen im Bereich von Finanzen, Medizin und Bildung an. Im Verlauf der Debatte haben Journalisten beider Tageszeitungen, welche über das Statusgesetz geschrieben haben, eine Fülle von ethnischen Bezeichnungen verwendet, die sich alle auf Ungarn in den ungarischen Nachbarstaaten beziehen. Diese Journalisten haben, zahlreiche Kategorien einer alltäglichen Sprachpraxis angewendet, wohingegen die einzige offizielle Sprachregelung, wie sie im Ungarischen Statusgesetz festgelegt ist, so gut wie keine Verwendung fand. Um BOURDIEUS Terminologie zu verwenden, hier steht eine Kategorie der Analyse, das heißt die offizielle Bezeichnung der Ungarn in den Nachbarstaaten Ungarns wie sie im ungarischen Statusgesetz festgelegt wurde, gegenüber einer Vielzahl von Kategorien der Praxis, wobei sich diese auch auf die selbe Gruppe beziehen. Ich gehe von der These aus, dass die erwähnte große Menge an ethnischen Bezeichnungen als Symbol für eine bedeutende Veränderung in der ungarischen Gesellschaft steht, weg von einer primordialen und essentialistischen Sichtweise hin zu differenzierteren Ansichten und konstruktivistischeren Positionen. Dabei können unter den Protagonisten der öffentlichen Debatte, in diesem Fall den Journalisten, Aspekte eines Wandels ausgemacht werden.

In: Jahrbuch für Europäische Ethnologie 8-2013
Dritte Folge 8 - 2013 Ungarn
Vorläufiges Inhaltsverzeichnis:
Balázs Balogh _!_ Balázs Borsos: Zur gegenwärtigen Situation der ungarischen Ethnologie. Forschungsschwerpunkte, Institutionen und fachinterne Beziehungen
Balázs Borsos: Kulturraum Ungarn. Der Volkskunde-Atlas von Ungarn und die Methode der Clusteranalyse
József Liszka: Die Erforschung sakraler Kleindenkmäler in der ungarischen Ethnologie. Ergebnisse und Perspektiven.
Dániel Bárth: Pater Rochus, der ungarische Gassner. Exorzismus, Volksfrömmigkeit und Katholische Aufklärung in Südungarn um die Mitte des 18. Jahrhunderts
Gábor Barna: Das Heiligsprechungsverfahren der hl. Margarete (1242-1271) im frühen 20. Jahrhundert
Gábor Tüskés: Kelemen Mikes (1690-1761) – der »ungarische Goethe«. Unbekannte Quellen zu den Erzählungen in den »Briefen aus der Türkei«
Gerhard Seewann: Die ungarischen Schwaben. Zentrale Aspekte ihrer Geschichte
Michael Prosser-Schell: Volkskunde/Europäische Ethnologie und die »Donauschwaben«-Forschung. Ausgewählte prinzipielle und exemplarische Probleme
Csilla Schell: Die neuen Vertriebenendenkmäler in Ungarn
Balázs Balogh: Ungarische Migranten in den Vereinigten Staaten von Amerika
Lujza Tari: Die Familie als Hintergrund der Traditionspflege. Woher kommen die besten Sänger und Instrumentalisten in der Volksmusik?
Bertalan Pusztai: Local festivals, their role in settlement development, their relationship to image-building and the use of culture and authenticity
Mihai Márton: Ethnic Denotations. The Hungarian Case
Katalin Tóth: Schick, cool und kritisch? Urbane Fahrradkultur in Budapest