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Can. 1739 in der Dynamik der hierarchischen Beschwerde
Der Obere im kirchlichen Verwaltungsbeschwerdeverfahren – zwischen Effizienz der Verwaltung und Rechtsschutz im Verfahren.
Can. 1739 CIC/1983 zählt sieben Entscheidungsmöglichkeiten über die Beschwerde auf. Ist der Spielraum des kirchlichen Oberen damit auf sieben mögliche Maßnahmen beschränkt? Handelt es sich um eine bloß beispielhafte Aufzählung, die dem Oberen völlige Handlungsfreiheit lässt? Welche Kriterien und Orientierungslinien sind dem Oberen zur Hand gegeben? Ekklesiologische und rechtstheoretische Grundlagen der hierarchischen Beschwerde und deren Umsetzung im kirchlichen Verwaltungsrecht (Subsidiaritätsprinzip, Rechtsschutzanliegen, konkrete Verfahrensschritte usw.) werden untersucht. Ebenso die strukturelle Position des hierarchischen Oberen im Gesamtgefüge des kirchlichen Verwaltungsaufbaus: Im Spannungsfeld zwischen bestmöglicher Effektivität der Verwaltung und notwendigem Schutz der Rechte der Gläubigen.
Der Sachverständigenbeweis
Die Zahl der Ehenichtigkeitsverfahren, die an deutschen Diözesangerichten mit einer Streitfrage aus einer der drei psychischen Eheunfähigkeiten des c. 1095 CIC geführt werden, ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und macht nun fast flächendeckend den Großteil solcher Verfahren aus. Dadurch geraten sowohl Parteien wie Gerichtspersonal zwangsläufig in enge Berührung mit dem Spannungsfeld zwischen Kanonischem Recht und Psychiatrie / Psychologie, denn die geltende Eheprozessordnung Dignitas Connubii von 2005 sieht für solche Verfahren die Beiziehung eines entsprechenden Sachverständigen zunächst grundsätzlich vor.

Angesichts der Ausgangslage kommt konkreten Fragen in der praktischen Anwendung eine hohe Bedeutung zu: Wie wählt das Richterkollegium beispielsweise einen geeigneten Sachverständigen aus und welche Fragen sind diesem vorzulegen, auf die er in seiner Expertise antworten soll? Wie ist es um Würdigung und Evaluation des Sachverständigengutachtens bestellt, der sich der Richter letztlich nicht entziehen kann? Was ist das Verhältnis zwischen Richter und Sachverständigem, was ist Aufgabe des Bandverteidigers?
Die Auseinandersetzung mit ehe- und prozessrechtlichen Normen, die in Verfahren aus c. 1095 CIC mit Blick auf das Sachverständigengutachten besondere Relevanz entfalten, erfolgt – bei Berücksichtigung entsprechender Grundlagen aus Psychologie und Psychiatrie sowie einiger kanonistischer Spezialfragen – insbesondere unter Einbeziehung von Rechtsprechung und Praxis des päpstlichen Gerichts der Rota Romana. Gliederungsvorschläge für Sachverständigengutachten in Eheverfahren und Interrogatorien geben schließlich Richtern und Parteien Hilfestellung für einen zielführenden Dialog der Disziplinen.
Die Studie präsentiert somit eine wissenschaftliche Auseinandersetzung unter ständiger Rückbindung an konkrete wie praxisrelevanter Gesichtspunkte und zeigt, dass der c. 1095 CIC weder „Gummiparagraph“, noch „Scheidungskanon“ ist, sondern vielmehr neben der juridischen Komponente stets auch pastorales Instrument der Kirche und wirkliche Chance für die Betroffenen.
Zur Hermeneutik des Kirchenrechts am Beispiel der christifideles laici
Author: Thomas Meckel
Ist das Konzil Verständnis- und Auslegungshorizont für den Codex oder umgekehrt? Diese Arbeit widmet sich zunächst grundsätzlich dem Verhältnis von Konzil und Codex, das für die Hermeneutik und die Methodik der Kirchenrechtswissenschaft von immenser Bedeutung ist. Nicht selten hört man in der kirchlichen Praxis, dass die Gläubigen nicht mehr versorgt und angesichts der Überlastung vieler Pfarrer Aufgaben an Laien delegiert werden. Hinter solchen Vorstellungen verbirgt sich häufig ein noch an der Katholischen Aktion des 19. und frühen 20. Jahrhunderts orientiertes Verständnis des Laienapostolats. Dies zeigt, dass die Erneuerung des Laienapostolats durch das Zweite Vatikanische Konzil und die erneuerte Rechtsordnung der Kirche in Teilen nicht bzw. noch nicht rezipiert wurden. Ist der Laie mehr als nur ein Nichtkleriker? Lässt sich der Begriff des Laien in der Kirche auch positiv füllen? Vor dem Hintergrund der Verhältnisbestimmung von Konzil und Codex widmet sich die Arbeit der Rechtsstellung der christifideles laici und zeigt, wie auf dem Weg von der Katholischen Aktion zum gemeinsamen Priestertum der Gläubigen der Begriff des Laien in der Kirche neu formuliert und normiert wird.
Entstehung, Herausforderungen und Perspektiven
Author: Peter Koch
Ist die Ordenspfarre Hemmschuh auf dem Weg zu einer zeitgemäßen Seelsorge oder bringt sie einen Mehrwert ein, auf den nur schwerlich zu verzichten ist?
Die aktuellen Strukturveränderungen der deutschsprachigen Diözesen zielen auf eine Modifizierung der Pfarrorganisation ab, die sich besonders in der Zusammenlegung von Pfarreien zeigt. Sind Pfarreien in irgendeiner Form mit einem Ordensinstitut verbunden, kann diese Modifizierung erschwert werden. Eine zeitgemäße Ordenspfarre muss der Pfarrseelsorge eindeutige Priorität zuweisen und darüber hinaus das Proprium des Ordensinstitutes gleichsam als Mehrwert zum Wohl der Gläubigen einbringen.
Damit die Ordenspfarre nicht zum Hemmschuh wird, gilt es, sich den Herausforderungen der Zeit zu stellen und neue Perspektiven zur Förderung der salus animarum zu eröffnen. Diese Arbeit möchte einen kirchenrechtlichen Beitrag dazu leisten, um die Ordenspfarre als zeitgemäße Form der Seelsorge zu erhalten.
Reihe ist mit Band 29 bei uns abgeschlossen.
Reformvorschläge aus der Kirchenrechtswissenschaft
Das Kirchenrecht ist kein unveränderbarer monolithischer Block, sondern stets ein Ius semper reformandum. Rezeptionslücken des II. Vatikanischen Konzils und das Leben der Kirche in der Gegenwart erfordern eine dynamische Rechtsentwicklung, die die Kirche auf ihrem Weg in die Zukunft unterstützt.
Papst Franziskus hat wie seine Vorgänger Johannes Paul II. und Benedikt XVI. bereits zahlreiche Gesetzesänderungen auf den Weg gebracht, etwa des Codex Iuris Canonici von 1983 sowie des Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium von 1990. Die Kirchenrechtswissenschaft begleitet seit jeher die kirchliche Rechtsentwicklung und hat vor allem seit dem letzten Konzil vielfältige Reformvorschläge gemacht. Der Band nimmt die Frage nach möglichen Reformvorschlägen de lege ferenda in zentralen Rechtsbereichen aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick.
Wer verfügt über die höchste Vollmacht in der katholischen Kirche? Oft wird auf den Papst verwiesen und dabei übersehen, dass der Papst als Nachfolger des Petrus und die Bischöfe, als Nachfolger der Apostel, im Bischofskollegium vereint sind und gemeinsam Träger der höchsten Vollmacht sind.
Inwieweit und in welchen Handlungsformen übt diese Körperschaft ihre Vollmacht aus? Wie stellt sich das Verhältnis von Papst und Bischöfen dar? Sind die Bischöfe nur Stellvertreter des Papstes oder leiten sie ihre Diözesen mit eigener Vollmacht? Warum kann sich der Papst bestimmte Angelegenheiten auch in einzelnen Diözesen vorbehalten? Hat die Verhältnisbestimmung von Papst und Bischöfen seit dem Ersten Vatikanischen Konzil einen Wandel erfahren?
Antworten auf diese Fragen bietet diese systematische Untersuchung der Quellen.
Kanonistische Nachfragen und Perspektiven zum Verbot der “Laienpredigt“
Sind die Bestimmungen zur Laienpredigt eine Anleitung zur Schizophrenie? Das jedenfalls meint ein Autor, der sich zu einer entsprechenden Neuregelung dieser Frage in der Schweiz im Jahr 2015 äußert. Das offizielle Verbot der Laienpredigt sorgt immer noch für Aufregung.
Das kirchenrechtliche und rechtsgeschichtliche Werk fragt nach der Entstehung und Begründung des Laienpredigtverbots. So untersucht es z.B. Entscheidungen mittelalterlicher Synoden, aber auch Dokumente des II. Vatikanischen Konzils. Dabei stellt sich heraus, dass es im Kern gar nicht um die Predigt geht, sondern um einen Streit um das Kirchenbild. Daher wurde die Frage der Laienpredigt immer mehr zu einem Konflikt um die Kompetenzen von Priestern und Laien hochstilisiert. Tatsächlich muss es aber um die Frage gehen, wer eine Sendung zur Predigt erhalten kann. Das Konzil hat hierfür die Türen für Laien weit geöffnet. Der Impuls von Papst Franziskus, manche Fragen auf teilkirchlicher und nicht auf weltkirchlicher Ebene zu lösen, eröffnet neue Perspektiven.
Gesetze, Dokumente, Berichte
Der Bologna-Prozess ist auch bei Verantwortlichen für theologische Studiengänge auf eher verhaltene Begeisterung gestoßen: Umstrukturierungen beanspruchen personelle und finanzielle Ressourcen und Informationsdefizite verunsichern und führen zu Fehlentwicklungen. Der Reader will deshalb vor allem informieren.

In vier Hauptteilen werden die Informationen zusammengestellt: Zuerst werden grundlegende Dokumente zum kirchlichen Hochschulrecht sowie zum Verfassungs- und Staatskirchenrecht in Deutschland versammelt. Im zweiten Teil werden Basisdokumente zum Bologna-Prozess präsentiert. Der dritte Teil betrachtet die Aktivitäten des Apostolischen Stuhls im Bologna-Prozess. Der vierte Teil ist der Umsetzung im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz gewidmet. Als methodische Hilfen werden zur Verfügung gestellt: Die Einleitungen zu den einzelnen Teilen, ein Glossar zu zentralen Begriffen des Bologna-Prozesses, ein ausführlicher Wortindex sowie Verweise auf weiterführende Literatur und Links.
Rechtsgeschichtliche Entwicklung, theologische Begründung und rechtliche Kontur
Mit Blick auf die Umstrukturierungen in deutschen Diözesen und den sich daraus ergebenden Anforderungen stellt sich die Frage nach der theologischen Positionierung und rechtlichen Normierung der Kleriker in der katholischen Kirche.
Wie wird die Existenz von Klerikern innerhalb des Volkes Gottes begründet? Was macht Kleriker theologisch und rechtlich aus? Welche Aufgaben kommen ihnen zu? Welche Klerikerstufen gab und gibt es?
Die Studie beginnt mit einer rechtsgeschichtlichen Betrachtung dieser Fragen und gibt einen Überblick über zentrale rechtsgeschichtliche Entwicklungen. Ausgangspunkt der Untersuchung ist die Sammlung Statuta Ecclesiae antiqua aus dem 5. Jahrhundert, die erstmals die bis 1972 zu durchlaufenden Weihestufen nennt. Abschließend wird die Rezeption der konziliaren Aussagen in der nachkonziliaren Gesetzgebung und in der geltenden Rechtsordnung betrachtet.