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Freimaurerei und Militär waren in der englischsprachigen Karibik auf vielfältige Weise miteinander verbunden. Dies geschah insbesondere durch die Verbreitung der Freimaurerei über militärische Logen, welche als Regimentslogen dienten und auch nichtmilitärische Mitglieder aufnahmen und zivile Logen gründeten. Die kontinuierliche Verbreitung der Freimaurerei durch irische Freimaurer im Militär trug zum »Gendering« dieses maskulinen Raumes im karibischen Kontext bei. Der Dienst im Militär und die Mitgliedschaft in einer Freimaurerlage verdeutlichte die Zugehörigkeit zum Empire und verfestigte Begriffe von hegemonialer Maskulinität. Die Untersuchung der Verbindungen von Freimaurerei und Militär zwischen dem Ende des 18. Jahrhundert und dem frühen 20. Jahrhundert zeigt, dass beide, die Freimaurerei und das Militär einen großen Einfluss auf die kulturelle Identität, den Patriotismus und die Loyalität ihrer Mitglieder gegenüber den kolonialen Autoritäten hatten. Dieser Einfluss bestand bis über den Tod hinaus, wie die Epitaphe von einigen Freimaurern, die auf Barbados begraben wurden, belegen.

In: Geheime Netzwerke im Militär 1700–1945
Die Armee ist ein zentraler Machtfaktor im Staat, militärische Informationen sind grundsätzlich gesetzlich geschützt. Das Militär bildet zudem ein soziales System mit eigenen Normen, Ritualen und Symbolen. Die hierarchische Struktur und das starke Berufsethos prägen das Militär bis heute. Innerhalb dieses Rahmens bildeten sich immer wieder geheime Netzwerke von Militärangehörigen mit abweichenden Verhaltenskodizes. Sie erregten häufig den Verdacht, gegen das eigene Militärsystem oder den Staat gerichtet zu sein. Die Autorinnen und Autoren des Bandes erkunden die Wechselwirkungen zwischen Geheimbundorganisationen, Geheimnisträgern, Verschwörern und dem Militär – von Freimaurern und Illuminaten bis zum Stauffenberg-Kreis.