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Einführung mit pädagogischen Texten
Author: Birgitta Fuchs
Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher war Philosoph, protestantischer Theologe, Altphilologe, Publizist, Kulturwissenschaftler, Kirchenpolitiker, Staatstheoretiker und last but not least Pädagoge. Gerade aufgrund seiner Vielseitigkeit gehört er zu den einflussreichsten Köpfen seiner Zeit. Doch nicht nur seine philosophischen und theologischen Schriften verschafften ihm bis in die Gegenwart andauernde Wirkung. Neben Johann Friedrich Herbart gehört er zu den Begründern der Pädagogik als Wissenschaft. Seine hermeneutisch-dialektische Denkweise prägt die geisteswissenschaftliche Pädagogik nachhaltig bis heute und stellt aktuell einen wichtigen Gegenpol zu einer rein empirisch-technologischen Erziehungswissenschaft dar. Schleiermachers Bedeutung für die Pädagogik wird in dem vorliegenden Band Rechnung getragen. Eine verständlich geschriebene Einführung und die völlig neu konzipierte Textauswahl machen heutige Leser mit der Pädagogik Schleiermachers gründlich vertraut und orientieren auch über deren ethische Grundlagen und ihren dialogischen Charakter.
Die erste Frau der Bibel: Ursache allen Übels?
Die erste Frau in der Bibel (»EVA« Gen 1-3) ist in der christlichen Geschichte und Tradition weitgehend zu einer negativen Figur geformt worden, zum Symbol für die Unzuverlässigkeit von Frauen, zur Verführerin und Ursache allen Übels.
Diese Tradition ist auch heute noch nicht verschwunden. Die abendländische Philosophie, die stark dualistisch geprägt war – etwa mit den Gegensätzen Himmel/Erde, Geist/Körper, stark/schwach, Mann/Frau – hat dem weiblichen Teil immer die schlechtere Seite zugewiesen, die bessere dem Mann. Feministische Theologie und Genderforschung haben mittlerweile aber zu einem ganzheitlichen Verständnis von Körper, Leiblichkeit, Sexualität und Geschlechterrollen beigetragen. So ist es an der Zeit, Eva vor diesem Hintergrund neu zu betrachten. An den Bibeltexten selbst hat sich nichts geändert, aber das Bewusstsein einer einseitig auf den Mann fixierten Auslegung und ihrer Folgen ist gewachsen. Nicht nur bei Frauen, auch bei Männern. Ein neuer Blick auf die Texte selbst zeigt, dass die biblischen Verfasser nicht so frauenfeindlich waren, wie es oft dargestellt wird. Nur eine tendenziöse Auslegung, die die Vormachtstellung des Mannes stärken sollte, hat sie dazu gemacht.
Verhältnisbestimmungen im Kontext des Klimawandels
Author: Michael Novian
Die Diskussionen um einen anthropogenen Klimawandel und seine Herausforderungen entfalten sich längst in der Mitte der Weltgesellschaft: Mal im Gewand empirischer Wissenschaft, mal im Gewand mythischer Narrative.
Die Untersuchung widmet sich in einer tiefergehenden Auseinandersetzung den vielfältigen mythischen Formen im ökologischen Diskurs. Klassische mythische Erzählelemente, wie etwa das Szenario einer drohenden Apokalypse, sind in den politischen und (populär-)wissenschaftlichen Diskussionen beständig präsent und werden mitunter bewusst aufgegriffen, um die Gesellschaft ökologisch zu mobilisieren. Daneben wird der Klimawandel aber auch vielfach zum Thema und Motor neuer Mythen: »Neo- und Retromythen«. Deren Analyse verspricht neue Perspektiven auf drängende Herausforderungen unserer Zeit und auf die modernen Weltbilder in der vielerorts ausgerufenen Ära der Ökologie.
Ekklesiologie kirchlicher Gegenwarten
Die katholische Kirche lebt in disparaten Gegenwarten. Im Umbruch ihrer Traditionen steht sie auf dem Prüfstand. Ihre Einheit findet sie, wo sie auf die schöpferische Lebensmacht Gottes setzt. Das verlangt, immer wieder gegen den Uhrzeigersinn vorzugehen: gegen Erwartungen und Festlegungen.
Die katholische Kirche bezieht im 21. Jahrhundert Räume und Glaubenswelten, die ihre Einheit auf Zerreißproben stellt: zwischen religiösen Kulturen und Glaubensformen, in Interpretationskonflikten zwischen Tradition und Traditionalismus, zwischen unausweichlichen Relativierungen und der Angst vor Relativismus. Der vorliegende Band gibt der Gleichzeitigkeit verschiedener Gegenwarten Raum, erschließt aber auch die Ungleichzeitigkeiten. Sie setzen Widersprüche und Verwerfungen frei, zeigen aber auch die Transformationsprozesse an, in denen die Kirche ihre Tradition unter dem Druck von Krisenerfahrungen neu bestimmen muss. Es gilt, sie in einer Ekklesiologie kirchlicher Gegenwarten lesbar zu machen und dabei den Eigensinn kirchlichen Glaubens und Handelns angesichts der Probleme unserer Zeit zur Geltung zu bringen – immer auch gegen den Uhrzeigersinn eingespielter Erwartungen und Abläufe.
Der Rhönbruderhof 1933–1937
Author: Thomas Nauerth
„Die Menschen sind friedliebend und weigern sich, den Hitlergruß zu bringen. Sie grüßten mit den Worten ‚Alles Gute für Hitler und alles Heil von Christus.‘ Die nat. soz. Geste mit der erhobenen Hand unterließen sie“, so schrieb eine niederländische Zeitung über die 1937 ausgewiesene hutterische Bruderhofgemeinschaft.
Unter nationalsozialistischer Herrschaft hatten sie vier Jahre lang ihr strikt an der Bergpredigt orientiertes christlich kommunitäres Leben fortgesetzt, bevor sie aus Deutschland vertrieben wurden.
Vom Zeugnis über die Liebe zum Widerstand, so kann der Weg des Bruderhofs in der NS-Zeit beschrieben werden. Sie fanden eigene und besondere Antworten auf die Frage, ob und wie in christlicher Perspektive gewaltfreier Widerstand zu leisten ist. Sie suchten die Begegnung mit führenden Vertretern der bekennenden Kirche (Karl Barth, Martin Niemöller, Dietrich Bonhoeffer), sie bauten ein internationales Freundschaftsnetz in die Schweiz, nach Liechtenstein, in die Niederlande und schließlich nach Großbritannien auf und sie nutzten ihre internationale Vernetzung, um sich immer wieder geschickt der NS-Diktatur zu entziehen. Aus der Geschichte dieser Gemeinschaft ergeben sich viele neue und ungewohnte Perspektiven auf die Zeit von 1933–1937. Ihre Erfahrungen sind daher für das Themenfeld „Christen im Dritten Reich“ insgesamt von Bedeutung.
Die Biografie
Author: Claudia Stahl
Alojzije Stepinac war als Erzbischof von Zagreb ein Gegner von Nationalsozialismus und Kommunismus. Noch immer wirkt seine ideologisch geprägte Verurteilung nach. Heute steht er vor der Heiligsprechung. Stepinac unterstützte besonders im Zweiten Weltkrieg Notleidende und Verfolgte in großer Zahl und ohne Unterschiede. Öffentlich trat er für die Menschenrechte ein. Tito ließ ihn 1946 in einem international beachteten Schauprozess verurteilen. Den Rest seines Lebens verbrachte er in Gefangenschaft. Dennoch wirkte er weiter durch Briefe und Predigten und wurde Kardinal. Die Ursache seines Todes 1960 ist nicht völlig geklärt. Nach seiner Seligsprechung 1998 läuft nun das Heiligsprechungsverfahren. Die erste vollständige Biografie in deutscher Sprache bezieht bisher unbekannte Dokumente mit ein und beleuchtet die historischen Bedingungen seines Wirkens und sein Verhältnis zu Deutschland.
Zur Bedeutsamkeit des Sich-Einlassens im Erfahrungsvollzug
Author: Stephanie Mian
Lernen zwischen Gewohnheit und Leidenschaft Zur Bedeutsamkeit des Sich-Einlassens im Erfahrungsvollzug. Welche Bedeutung kommt dem Sich-Einlassen im Lernen zu? Ist das Sich-Einlassen in der Schule, welche mit institutionalisierten Rahmenbedingungen, Anforderungen und Pflichten verbunden ist, überhaupt möglich? Welche Rolle spielt dabei das Lehren? Diese Fragen beleuchtet Stephanie Mian aus einer umfassenden theoretischen und empirischen Perspektive, wobei sie das Lernen als responsives Geschehen in den Blick nimmt: Einen fremden Anstoß aufnehmend, verlassen Lernende Gewohntes und lassen sich auf Unbekanntes ein, wodurch sie sich auf dem Weg zu Neuem befinden: ein Weg, der mit Neugier, Interesse, Begehren sowie Scham, Zweifel und Leidenschaft verbunden ist.
Der Lateransalvator in seiner Funktion für die päpstliche Selbstdarstellung
Author: Andreas Matena
Vom 8. bis zum Ende des 13. Jahrhunderts besaß die »nicht von Menschenhand gemachte« Christusikone in der Sancta Sanctorum, einem Teil des römischen Lateranpalastes, eine überragende Funktion für die Päpste.
Der Autor erweist in seiner Untersuchung zum Bild und zur päpstlichen Bildpraxis erstmalig, dass das Christusvikariat des Papstes nicht abstrakt, sondern als personales Beziehungsgeschehen zwischen einem konkreten Christusbild und dem Papst verstanden und dargestellt wurde. Auf diese Weise sollte eine Legitimation der Macht des Papstes erreicht werden, eine Strategie, die im 13. Jahrhundert ihren Höhepunkt und zugleich abrupten Abschluss erreichte.
Gegenspielerin Maria Montessoris und Begründerin einer femininen Pädagogik
Diese erste systematische Arbeit über die Kindergartenpädagogik der Italienerin Giuseppina Pizzigoni (18701947) betritt 80 Jahre nach der Erstveröffentlichung ihres grundlegenden Werkes »Mein Kindergarten« pädagogisches Neuland. Pizzigoni benutzt nicht ein starres didaktisches Material wie ihre Kollegin und große Konkurrentin Maria Montessori, sondern legt Gewicht auf die permanente Erneuerung in einer im wahrsten Sinne »progressiven Schule«, in der man experimentiert und arbeitet, wie sie sowohl John Dewey als auch Jerome Bruner gefallen hätte. Diese neue Schule hat die bestmöglichen Lernbedingungen zu schaffen, um das Comenianische Prinzip, »allen alles auf alle Weise zu lehren« Wirklichkeit werden zu lassen. Das Kind wird als Person gesehen, die sich am Aufbau einer besseren Welt beteiligen will und deshalb verdient, dass man ihr mit Respekt begegnet und sie jene kreativen Möglichkeiten verwirklichen lässt, von der alle Erneuerung lebt. Diese Methode wurde geradezu als Alternative zur sog. Montessori-Methode angesehen.