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Zur Bedeutsamkeit des Sich-Einlassens im Erfahrungsvollzug
Author: Stephanie Mian
Lernen zwischen Gewohnheit und Leidenschaft Zur Bedeutsamkeit des Sich-Einlassens im Erfahrungsvollzug. Welche Bedeutung kommt dem Sich-Einlassen im Lernen zu? Ist das Sich-Einlassen in der Schule, welche mit institutionalisierten Rahmenbedingungen, Anforderungen und Pflichten verbunden ist, überhaupt möglich? Welche Rolle spielt dabei das Lehren? Diese Fragen beleuchtet Stephanie Mian aus einer umfassenden theoretischen und empirischen Perspektive, wobei sie das Lernen als responsives Geschehen in den Blick nimmt: Einen fremden Anstoß aufnehmend, verlassen Lernende Gewohntes und lassen sich auf Unbekanntes ein, wodurch sie sich auf dem Weg zu Neuem befinden: ein Weg, der mit Neugier, Interesse, Begehren sowie Scham, Zweifel und Leidenschaft verbunden ist.
Postanalytische Epistemologie und Hermeneutik im Gespräch mit Robert B. Brandom
Der Glaube als existentieller Stabilitätsfaktor – dieses Bild macht dieses Buch zu seinem Thema. Es rekonstruiert, in welcher Weise religiöse Überzeugungen auch fragil und vor allem dynamisch und lernbereit zu denken sind.
Glaube ist nicht selten mit Ideologieverdacht konfrontiert: Er liefert ein geschlossenes Weltbild, das determiniert, was wir wie beurteilen und für andere Standpunkte und Wahrnehmungen unsensibel macht. Dürnberger bringt dagegen die prinzipielle Dynamik des Glaubens ins Spiel; er legt (offenbarungs-)theologische und v. a. (sprach-)philosophische Möglichkeitsbedingungen eines lernenden Glaubens frei und fragt, wie sich Glaube in der Erforschung der Zeichen der Zeit legitim zu dynamisieren vermag. Wichtigster Referenzdenker dafür ist der US-amerikanische Philosoph Robert B. Brandom, dessen inferentialistischer Pragmatismus zu den prominentesten Positionen der Gegenwartsphilosophie zählt.
Theologischer Versuch über Camouflage und Hermeneutik
Author: Peter Hofmann
Karl May – einer der skandalumwittertsten und meistgelesenen Schriftsteller des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Sein Werk ist durchzogen mit weltanschaulich-religiösen Tendenzen. Seine Protagonisten – von Winnetou über Old Shatterhand bis hin zu Kara Ben Nemsi – kämpfen für Frieden und Gerechtigkeit.
»Einer der besten deutschen Erzähler«, aber ein »armer verwirrter Prolet« (Ernst Bloch), vielleicht sogar »der letzte Großmystiker« der Literatur (Arno Schmidt): Karl May, der Weltanschauungsliterat mit Botschaft, hat ein vielschichtiges und vieldeutiges Werk hinterlassen, das sich von Anfang an in theologischen Kontexten bewegt und daher auch eine theologische Studie verdient.
Seine lebenslange Camouflage verhüllt nicht nur das Scheitern in der bürgerlichen Gesellschaft, sondern ermöglicht neue Selbst- und Weltdeutungen, die ihn als reflektierten Dichter an der Schwelle zur Moderne ausweisen.
Zur schöpferischen Genese von Sinn im Vollzug der Erfahrung
Author: Evi Agostini
Ist Lernen ein Finden oder ein Erfinden? In einer theoretisch präzisen und zugleich erfahrungsnahen Analyse legt das Buch Grundlagen für ein neues Verständnis von Lernen.
Evi Agostini widmet sich der Frage, wie das Lernen von Lernenden und Lehrenden verstanden und folglich besser gestützt und angestoßen werden kann, ohne den affektiven Teil des Geschehens aus dem Blick zu verlieren. Dabei wird das Spannungsfeld zwischen Lernen als Finden (des Gegebenen) und Er-Finden (des Neuen) nicht einfach aufgelöst, sondern in seinem eigentümlichen Zusammenspiel von reproduktiven und produktiven Elementen im Zwischenfeld von Subjekt und Objekt gedeutet. Damit legt die Autorin Grundlagen für eine kritische Lerntheorie, die Wirkungen von Schule und Unterricht aufzeigt, und die Frage nach der schöpferischen Genese von neuen Selbst, Fremd- und Weltbildern vor dem Hintergrund der Möglichkeiten gegenwärtigen Bildungsdenkens diskutiert.
Einführung mit zentralen Texten
Author: Thomas Mikhail
Zweifellos hat kaum ein Denker die abendländische Philosophie und Geistesgeschichte so maßgebend geprägt wie Immanuel Kant. In der Pädagogik kommt ihm dagegen keine annähernd tragende Bedeutung zu. Im Gegensatz zu Rousseau und Herbart schafft es Kant nur selten, in den Rang eines pädagogischen Klassikers gehoben zu werden. Dies mag mit der Sperrigkeit seiner Texte, dem Gewicht auf philosophischen Fragen oder dem Eigentümlichen seiner Denkungsart zusammenhängen.
Dennoch macht sich der vorliegende Einführungsband zur Aufgabe, die Bedeutung Kants für die Pädagogik herauszuarbeiten. Dazu widmet er sich zentral der Transzendentalphilosophie und versucht, deren Kern anschaulich und verständlich freizulegen, um Bezüge aus Kants theoretischer und praktischer Philosophie für die Pädagogik als Erziehungslehre und Wissenschaft herzustellen.

Die Texte sind so gewählt, dass sie pädagogisch Relevantes aus dem gesamten Werk des Königsberger Denkers bieten und nicht bloß dessen Pädagogikvorlesung entnommen sind.
2. Auflage
Author: Josef Wohlmuth
Theologie als Zeit-Ansage: Welcher Zeit geht die Christenheit entgegen? Welcher Verantwortung muss sie sich neu stellen? Wie viel Zeit bleibt uns noch? Das Buch wirbt für ein tieferes Verständnis von Gottesdienst und Liturgie, die in der nachwachsenden Generation Europas vielfach als „uncool“ empfunden wird. Aus theologischer Leidenschaft steht es für einen Glauben, in dem eine neue Sehnsucht nach Gott wie eine Gabe des Himmels aufscheint. Der Glaube an Jesus Christus konfrontiert uns damit, dass unsere Welt in ihrer heutigen Erscheinungsform massiv bedroht ist. Aber gerade deshalb sind wir aufgefordert, Verantwortung für sie zu übernehmen. Die Zeit dazu drängt und ruft die Christenheit auf, neue, mutige Schritte im Glauben zu wagen und für die Welt, in der wir leben, theologisch und politisch Verantwortung zu übernehmen.
Eine ökumenische Ekklesiologie
Author: Sven Grosse
Jahrhunderte der Kirchenspaltung, und doch stehen hier die Eine Kirche und der Glaube an sie im Fokus des Interesses. Kontroversen zu führen, ist dabei nicht nur notwendig, sondern auch fruchtbar. Sie können zu einem neuen Blick auf das führen, was miteinander verbindet. Diese Ekklesiologie bringt klassische und moderne evangelische und katholische Positionen miteinander ins Gespräch, um der fortschreitenden Fragmentierung der Kirche entgegenzutreten und neue Perspektiven zu eröffnen. Sie geht von den heute noch verbindlichen reformatorischen Bekenntnisschriften aus, erläutert diese durch Rückbezüge auf Luther und Calvin und sucht durch eingehende Auslegung der ekklesiologischen Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils das gemeinsam Christliche zu finden. Das Gegenüber der Konfessionen wird mit Bereitschaft zur Kontroverse behandelt – aber mit der Absicht, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Die wichtigsten modernen Gesprächspartner sind dabei u.a. Karl Barth und Edmund Schlink für die evangelische Perspektive, Hans Urs von Balthasar und Joseph Ratzinger für die katholische.
Wegmarken einer spirituellen Moraltheologie
Das spezifische Profil der katholischen Moraltheologie ist angesiedelt im Spannungsfeld der Schlüsselbegriffe Gerechtigkeit und Liebe einerseits sowie Zeit und Ewigkeit andererseits. Das ist die Grundlage für ein gelingendes Leben aus der Kraft des Glaubens an den dreifaltigen Gott.
Moraltheologie wird verstanden als umgewandte, nicht als angewandte Dogmatik. Die Aussagen im Glaubensbekenntnis können also nicht einfach auf den Alltag des Christen angewandt werden, sie bedürfen der Deutung und Aufschlüsselung. Leitend ist die Frage: Was bedeutet der Glaube an den dreifaltigen Gott für das Leben und Handeln der Menschen?
In 13 Kapiteln werden basislegende Begriffe des Fachs aus unterschiedlichen Perspektiven – historischer Kontext, spirituelle Stationen – beleuchtet, um so Anforderungen einer modernen Moraltheologie aufzuzeigen.
Religion – nach ihrer Wiederkehr
Die Wiederkehr des Religiösen im Säkularen wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Es ist Zeit für eine Zwischenbilanz: Müssen die von der säkularen Vernunft nahegelegten Zuordnungen von Religion und Kultur revidiert werden? Ab wann bedroht die Rücksichtnahme auf religiöse Traditionen und Praktiken die Freiheits- und Toleranzgewinne liberaler Gesellschaften?
Eine »Wiederkehr der Religion« geschieht nicht selten in einer kulturell regressiven Form. Es ist Zeit für eine kritische Bestandsaufnahme der widerstreitenden Prozesse von Verdrängung und Eindringen religiöser Lebensformen in säkulare Gesellschaften. Wie sich dabei Gewinn und Verlust ermitteln lassen, muss zum Kernthema sozial- und religionstheoretischer Diskurse werden. Angesichts des breiten Spektrums von fanatischer Intoleranz, fundamentalistischer Borniertheit bis hin zu subtiler Modernitätspolemik und verdeckter Aufklärungsverweigerung ist es angezeigt, für die Erwartung einer »postsäkularen« Zeit eine klare Gewinnwarnung auszugeben – frei nach den Gewinnwarnungen an der Börse.
In Fallstudien zum Status von Religionen im säkularen Rechtsstaat, zum religiösen Fundamentalismus im Internet und zum Phänomen einer »sacrophilen« Religionskritik erörtert H.-J. Höhn Risiken und Chancen einer Wiederkehr religiöser Lebensformen im Format einer Theorie reflexiver Säkularisierung.