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Zur schöpferischen Genese von Sinn im Vollzug der Erfahrung
Author: Evi Agostini
Ist Lernen ein Finden oder ein Erfinden? In einer theoretisch präzisen und zugleich erfahrungsnahen Analyse legt das Buch Grundlagen für ein neues Verständnis von Lernen.
Evi Agostini widmet sich der Frage, wie das Lernen von Lernenden und Lehrenden verstanden und folglich besser gestützt und angestoßen werden kann, ohne den affektiven Teil des Geschehens aus dem Blick zu verlieren. Dabei wird das Spannungsfeld zwischen Lernen als Finden (des Gegebenen) und Er-Finden (des Neuen) nicht einfach aufgelöst, sondern in seinem eigentümlichen Zusammenspiel von reproduktiven und produktiven Elementen im Zwischenfeld von Subjekt und Objekt gedeutet. Damit legt die Autorin Grundlagen für eine kritische Lerntheorie, die Wirkungen von Schule und Unterricht aufzeigt, und die Frage nach der schöpferischen Genese von neuen Selbst, Fremd- und Weltbildern vor dem Hintergrund der Möglichkeiten gegenwärtigen Bildungsdenkens diskutiert.
Bedingungsgefüge, Beziehung und das erzieherische Feld
Geschwisterbeziehungen stellen in der Regel die längsten Beziehungen in unserem Leben dar. Sie wirken auf und in uns auf positive und negative Weise.
Geschwisterbeziehungen sind vielfältig und eindrücklich. Sie gehören, wie die Elternbeziehung, zu den Primärbeziehungen und sind nicht frei wählbar. Wie ein roter Faden ziehen sich Rivalität, Neid und Eifersucht, aber auch Unterstützung, Liebe und Nähe durch die Geschwisterbeziehungen. Heute leben wir in einer Zeit, in der die Anzahl der Geschwister in direkter Linie immer weiter abnimmt. Das Kind wächst zunehmend mit wenigen oder gar keinen Geschwistern auf.
Tillmann F. Kreuzer greift in seiner Dissertation das weite Feld der Geschwisterbeziehungen, auch in Kultur und Literatur, auf. Er zeigt anhand narrativer Vignetten, dass in allen Familienkonstellationen eine formende Dynamik geschwisterlichen Zusammenlebens in Unterstützungs- und Betreuungssituationen entsteht und diese prägt.
Theorie für die Praxis
Author: Thomas Mikhail
Ist alles, was den Umgang mit Kindern und Jugendlichen betrifft bzw. in Familie und Schule geschieht, bereits pädagogisch? Wohl kaum! Aber woher weiß man, ob man pädagogisch handelt? Oder woran erkennt man, ob in einer Situation pädagogisch gehandelt wird? Wie lässt sich pädagogisches von anderem Handeln unterscheiden und abgrenzen?
Die vorliegende Untersuchung gibt Antwort auf diese Fragen – nicht nur für Eltern, Erzieher und Lehrer, sondern auch für die Bildungsforschung. Schließlich ist diese stets neu mit der Frage konfrontiert, ob ihr Untersuchungsgegenstand überhaupt mit Pädagogik zu tun hat. Der Autor sieht Pädagogik als eine Handlungswissenschaft an, die sich um die theoretische Analyse und Aufklärung pädagogischer Praxis bemüht. Sie muss sagen können, was pädagogische Praxis ist, und dies begründen. Und vor allem muss sie orientierende Grundsätze für pädagogisches Handeln in Familie und Schule formulieren. Neben der Bestimmung der Maßgaben und Kriterien für pädagogisches Handeln kommt es insbesondere auf deren Legitimation an, auf deren Grundlage eine Handlung zu Recht pädagogisch zu nennen ist.
Zwischen Gerechtigkeitsversprechen und pharmazeutischem Hirndoping
Author: Alfred Schäfer
Sollten Gedächtnis und Aufmerksamkeit steigernde Psychopharmaka auch für gesunde Lernende zugelassen werden? Die bioethische Diskussion um die Nutzung von leistungssteigernden Psychopharmaka für Gesunde wirft viele Fragen auf. Diese Fragen kreisen nicht nur um die gesundheitlichen Risiken, sondern – ähnlich wie im Hochleistungssport – auch um (pädagogische) Grenzen individueller Förderung oder sozialer Gerechtigkeitsvorstellungen. Eine Zulassung derartiger Medikamente und ihrer Einnahme durch Schüler unter den Bedingungen der Leistungskonkurrenz fordert sowohl das pädagogische Selbstverständnis wie auch die Funktionslogik der Schule zumindest heraus. Inwieweit sind gedopte Schüler noch für ihre Leistungen verantwortlich? Ist es gerecht, die Leistungen solcher Schüler mit den Leistungen anderer Schüler zu vergleichen, die solche Mittel nicht eingenommen haben?
Author: Alfred Schäfer
Die Protestbewegungen der 1960er Jahre kritisierten ein umfassendes, alles durchdringendes autoritäres und repressives System: Dieses System bewirke eine Entfremdung der Individuen von ihren Bedürfnissen und Interessen, welche den Widerstand gegen soziale Herrschaft und kapitalistische Ausbeutung nahezu unmöglich mache. Eine solche Annahme macht jedoch den Standpunkt des Kritikers selbst prekär. Es ist nicht auszuschließen, dass er selbst noch den von ihm kritisierten Bedingungen unterliegt. Dieses Problem der Begründbarkeit einer gesellschaftskritischen Position scheint gerade für die deutsche Protestbewegung zentral geworden zu sein: Im Mittelpunkt ihrer Diskussionen stand die Frage nach dem Zusammenhang von notwendiger Selbstveränderung und sozialer oder politischer Veränderung. Die Auseinandersetzung lässt die Kontroversen der »68er« auch aus einer bildungsanalytischen Perspektive interessant werden, da sich in ihnen der problematische Zusammenhang von Prozessen der Selbst- und Weltveränderung entfaltet.
Bildungsphilosophische Interventionen
Author: Michael Wimmer
Man hört, Bildung sei als Zukunfts-Ressource unserer Gesellschaft eine Wissenschaft, die den faktischen Bildungsstand messen und seine realen Entwicklungsmöglichkeiten prognostizieren könne. Vergessen scheint, dass sich der Siegeszug moderner Pädagogik einer utopischen Kraft verdankt. Ihr Realismus besteht darin, das Unmögliche anzustreben.
Moderne Pädagogik konstituiert sich im Bezug zur unwahrscheinlichen Idee einer vernünftigen, gerechten Gesellschaft von freien Individuen, zu einer unbekannt gewordenen Zukunft und einem Zögling, der dahingehend fremd bleiben wird, dass niemand weiß, was aus ihm werden kann. Pädagogik tritt an mit dem Versprechen, gegen die realen gesellschaftlichen Bedingungen gewendet den Individuen zu ihren eigensten Möglichkeiten zu verhelfen. Damit verstrickt sie sich in Paradoxien, denn Erziehung schien von Beginn an zugleich notwendig und unmöglich zu sein. Erst unter Theoriebedingungen und der Positivierung des Unbestimmten kann sie die Irreduzibilität ihrer Aporetik anerkennen. Da diese kein Makel mehr ist, kann man von ihr nun zu Recht als Wissenschaft des Unmöglichen sprechen.
Einführung mit pädagogischen Texten
Author: Birgitta Fuchs
Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher war Philosoph, protestantischer Theologe, Altphilologe, Publizist, Kulturwissenschaftler, Kirchenpolitiker, Staatstheoretiker und last but not least Pädagoge. Gerade aufgrund seiner Vielseitigkeit gehört er zu den einflussreichsten Köpfen seiner Zeit. Doch nicht nur seine philosophischen und theologischen Schriften verschafften ihm bis in die Gegenwart andauernde Wirkung. Neben Johann Friedrich Herbart gehört er zu den Begründern der Pädagogik als Wissenschaft. Seine hermeneutisch-dialektische Denkweise prägt die geisteswissenschaftliche Pädagogik nachhaltig bis heute und stellt aktuell einen wichtigen Gegenpol zu einer rein empirisch-technologischen Erziehungswissenschaft dar. Schleiermachers Bedeutung für die Pädagogik wird in dem vorliegenden Band Rechnung getragen. Eine verständlich geschriebene Einführung und die völlig neu konzipierte Textauswahl machen heutige Leser mit der Pädagogik Schleiermachers gründlich vertraut und orientieren auch über deren ethische Grundlagen und ihren dialogischen Charakter.
Gegenspielerin Maria Montessoris und Begründerin einer femininen Pädagogik
Diese erste systematische Arbeit über die Kindergartenpädagogik der Italienerin Giuseppina Pizzigoni (18701947) betritt 80 Jahre nach der Erstveröffentlichung ihres grundlegenden Werkes »Mein Kindergarten« pädagogisches Neuland. Pizzigoni benutzt nicht ein starres didaktisches Material wie ihre Kollegin und große Konkurrentin Maria Montessori, sondern legt Gewicht auf die permanente Erneuerung in einer im wahrsten Sinne »progressiven Schule«, in der man experimentiert und arbeitet, wie sie sowohl John Dewey als auch Jerome Bruner gefallen hätte. Diese neue Schule hat die bestmöglichen Lernbedingungen zu schaffen, um das Comenianische Prinzip, »allen alles auf alle Weise zu lehren« Wirklichkeit werden zu lassen. Das Kind wird als Person gesehen, die sich am Aufbau einer besseren Welt beteiligen will und deshalb verdient, dass man ihr mit Respekt begegnet und sie jene kreativen Möglichkeiten verwirklichen lässt, von der alle Erneuerung lebt. Diese Methode wurde geradezu als Alternative zur sog. Montessori-Methode angesehen.
Einführung mit zentralen Texten
Author: Thomas Mikhail
Zweifellos hat kaum ein Denker die abendländische Philosophie und Geistesgeschichte so maßgebend geprägt wie Immanuel Kant. In der Pädagogik kommt ihm dagegen keine annähernd tragende Bedeutung zu. Im Gegensatz zu Rousseau und Herbart schafft es Kant nur selten, in den Rang eines pädagogischen Klassikers gehoben zu werden. Dies mag mit der Sperrigkeit seiner Texte, dem Gewicht auf philosophischen Fragen oder dem Eigentümlichen seiner Denkungsart zusammenhängen.
Dennoch macht sich der vorliegende Einführungsband zur Aufgabe, die Bedeutung Kants für die Pädagogik herauszuarbeiten. Dazu widmet er sich zentral der Transzendentalphilosophie und versucht, deren Kern anschaulich und verständlich freizulegen, um Bezüge aus Kants theoretischer und praktischer Philosophie für die Pädagogik als Erziehungslehre und Wissenschaft herzustellen.

Die Texte sind so gewählt, dass sie pädagogisch Relevantes aus dem gesamten Werk des Königsberger Denkers bieten und nicht bloß dessen Pädagogikvorlesung entnommen sind.