In: Migration gerecht gestalten
Fast jeder fünfte Einwohner in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Allein diese Tatsache verdeutlicht, dass Deutschland – gewollt oder nicht – faktisch ein Zuwanderungsland ist. Welche gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Konsequenzen ergeben sich hieraus und wie ist dies sozialethisch zu bewerten? Thematisiert werden empirische Befunde zu Art und Größe von Migrationsbewegungen nach Deutschland, der rechtliche Status unterschiedlicher Migrantengruppen und damit verbundene Erwerbs- und Integrationsmöglichkeiten, die Problematik der Migration für die Herkunftsländer sowie Ziele, Akteure und politische Handlungsfelder bei der Integration von Migranten in Deutschland. Die Reihe »Sozialethik konkret« greift diese vielschichtige Problematik auf und diskutiert Lösungsvorschläge zur Verwirklichung von mehr Gerechtigkeit bei der Migration nach Deutschland. Dabei wird der spezifische, wissenschaftliche Lösungsbeitrag der christlichen Sozialethik zu dieser gesellschaftlichen, politischen, juristischen und wirtschaftlichen Gestaltungsaufgabe herausgearbeitet. Im Dialog mit anderen Wissenschaften sollen eine ausgewogene Beurteilung der Thematik erreicht, Vorschläge zur konkreten Gestaltung von Reformprozessen und Strukturveränderungen erarbeitet und offene und weiterführende Fragestellungen identifiziert werden.
Unsere Gesellschaft, die religiös und weltanschaulich vielfältig geprägt ist, unterliegt einem Wandel, der sich auch auf die Bedeutung der Religion in der Öffentlichkeit auswirkt.
Diese Veränderungen waren Gegenstand einer interdisziplinär besetzten Tagung, die sich mit den Folgen für die gewachsenen bisherigen Strukturen im Verhältnis von Staat und Religionsgemeinschaften befasste. Dabei wurden auch die Einschätzung der Politik und der Religionsgemeinschaften sowie die Perspektive der europäischen Nachbarn mit einbezogen.