Search Results

Editor: Annette Mertens
Die frühen Jahre der Bundesrepublik Deutschland waren für die katholischen Bischöfe eine herausfordernde Zeit. Nach der Gründung des westdeutschen Teilstaats galt es, den Platz der Katholiken in der bundesdeutschen Gesellschaft zu behaupten, kulturelle Positionen zu verteidigen und neu zu erkämpfen. Innerhalb und außerhalb der Kirche vollzogen sich tiefgreifende Prozesse der Veränderung und Modernisierung. Die Lebenswelt der Katholiken war nicht mehr durch die Grenzen des katholischen Milieus bestimmt, katholische Positionen wurden nicht mehr selbstverständlich akzeptiert. Mit umso größerem Eifer bemühten sich die Bischöfe auf Länderebene weiter um den Erhalt des katholischen Schulwesens, rangen um den katholischen Einfluß in den Gewerkschaften und in der Militärseelsorge, in Rundfunk und Presse und in den Familienverbänden. Mit dem Katholischen Büro in Bonn unter der Leitung von Prälat Wilhelm Böhler schufen sie 1952 eine dauerhafte kirchliche Verbindungsstelle zum Staat. Auch die innerkirchlichen Strukturen mußten an die wachsenden Herausforderungen angepaßt werden: Mit der Einsetzung einer bischöflichen Sonderkommission begann 1950 ein Prozeß zur Neuorganisation der Fuldaer Bischofskonferenz unter ihrem Vorsitzenden Joseph Kardinal Frings. Das alte Referentensystem wurde durch ein neues System von Sachreferaten ersetzt. Ebenso bedurfte das katholische Vereins und Verbandswesen der Neustrukturierung. 1952 wurde das Zentralkomitee der deutschen Katholiken als Spitzenorganisation der Laien gegründet. Um die Formulierung des Statuts wurde hart gerungen; hier schlug sich die Sorge der Bischöfe nieder, die Arbeit der katholischen Laien könne sich allzu sehr verselbständigen und vom bischöflichen Lenkungsanspruch entfernen. Mehr als 250 sorgfältig ausgewählte Dokumente aus kirchlichen Aktenbeständen sind in diesem Band erstmals veröffentlicht und mit einer ausführlichen kritischen Kommentierung versehen. Sie gewähren dem Leser neue Einblicke in das bischöfliche Wirken der frühen 1950er Jahre und bilden für künftige Forschungsarbeiten eine bedeutsame Grundlage.
Der Angriff auf katholische Einrichtungen im Zweiten Weltkrieg und die Wiedergutmachung nach 1945
Author: Annette Mertens
Himmlers Klostersturm 1940/41 bildete den Höhepunkt des nationalsozialistischen Kirchenkampfs im Zweiten Weltkrieg. Innerhalb eines Jahres fielen ihm mehr als 300 Klöster und katholische Einrichtungen zum Opfer. Annette Mertens schlägt mit ihrer bemerkenswerten Darstellung ein neues, unbekanntes Kapitel des Kirchenkampfes auf. Die Motive für den Klostersturm, die Drahtzieher und der Verlauf der Aktion werden zum ersten Mal systematisch untersucht. Die Ausnahmesituation des Krieges lieferte Himmlers SS und Polizei günstige Umstände, um unter dem Deckmantel des nationalen Interesses ein zentrales Ziel der NS-Kirchenpolitik zu verwirklichen. Hunderte Klöster und katholische Einrichtungen wurden beschlagnahmt, die Ordensleute vertrieben. Neben der Gestapo spielte dabei die Volksdeutsche Mittelstelle eine wesentliche Rolle, indem sie Klöster gezielt zur Unterbringung von Umsiedlern beschlagnahmte. Erst nach massiven öffentlichen Protesten seitens der Kirche und der Bevölkerung ließ Hitler im Sommer 1941 die Beschlagnahmen einstellen. Die Folgen der Aktion wirkten weit über 1945 hinaus: Wiedergutmachungsprozesse zogen sich bis in die siebziger Jahre hin, und für viele Ordensgemeinschaften bildete der Klostersturm eine Zäsur, von der sie sich nie mehr ganz erholen konnten.
In: Akten deutscher Bischöfe seit 1945
In: Akten deutscher Bischöfe seit 1945
In: Akten deutscher Bischöfe seit 1945
In: Akten deutscher Bischöfe seit 1945
In: Akten deutscher Bischöfe seit 1945
In: Akten deutscher Bischöfe seit 1945
In: Akten deutscher Bischöfe seit 1945
In: Akten deutscher Bischöfe seit 1945