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Krieg und Gesellschaft in der Neuzeit. Neue Horizonte der Forschung
Der Band fasst die innovativen Ergebnisse des Sonderforschungsbereichs 'Kriegserfahrungen – Krieg und Gesellschaft in der Neuzeit' (SFB 437) an der Universität Tübingen in einem großen Überblick zusammen. Themen des SFB und des Buches sind die Erfahrung, Wahrnehmung und Deutung von Kriegen der Neuzeit in Europa und Nordamerika, ist der 'Krieg in den Köpfen' vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Krieg in Vietnam. Drei Felder stehen im Zentrum: der Zusammenhang von Nation, Nationsbildung und Krieg, die Interaktion zwischen Religion bzw. Konfession und Krieg sowie die Rolle der Medien und der Nachrichtenproduktion, die den 'Krieg in der Ferne' zum 'Krieg in der Nähe' schrumpfen ließ.
Kriegserfahrung deutscher Soldaten in Ost und West 1939 bis 1945
Author: Andreas Jasper
»Vernichtungskrieg« oder »Entfesselung der Endlösung« sind Schlagworte, die unauflöslich mit dem Zweiten Weltkrieg verbunden sind. Sie gehören auf die östlichen Schauplätze eines Krieges, der im Westen weitgehend konventionell geführt wurde.

Der Autor fragt nach der Wahrnehmung deutscher Soldaten mit zwei unterschiedlichen Kriegen in Ost und West im Gesamtzusammenhang des Zweiten Weltkrieges und der NS-Herrschaft. Dabei ist die Analyse von Feindbildern von großer Bedeutung. Eine Erfahrung, die vom Krieg spricht, darf allerdings nicht nur nach der Konstruktion von Feindbildern fragen, sondern sie muss Erfahrungsräume auch als realgeschichtliche Lebenswelten verstehen, welche die Kriegserlebnisse von Soldaten an vorderster Front ganz anders geprägt haben als im Hinterland.
Kriegskonstruktionen in der deutschen Militärmalerei des 19. Jahrhunderts
Author: Susanne Parth
Eine Pionierstudie: die umfassende Analyse der populären monarchisch-nationalen Militärmalerei des 19. Jahrhunderts, die noch heute das Bild vom Krieg mit prägt. An weit über 100 Gemälden arbeitet die Autorin ein symbolisches Archiv des medialisierten Krieges heraus. Welche Ziele verfolgten die Maler, welche Bildstrategien benutzten sie? Wie weit gaben sie Realität wieder? Wie konstruierten sie den Krieg neu? Und wie stark prägten ihre Bilder die Einstellung der Gesellschaft zum Krieg mit?
Kriegserfahrungen und Friedenskonzeptionen US-amerikanischer Kernphysiker 1920-1963
Author: Ulrike Wunderle
Die Studie widmet sich der amerikanischen Kernphysikerelite, die nach dem Zweiten Weltkrieg die Möglichkeiten ihrer Wissenschaft für Krieg und Frieden deutete. Was bestimmte ihr Denken und Handeln?
Der Fokus liegt auf den wissenschaftlichen Prägungen und Kriegserfahrungen der ersten »truly international generation of physicists«, die in den 1920er Jahren ihre Karriere begann, bevor viele ihrer Vertreter vor dem NS-Regime aus Europa fliehen mussten und im Manhattan-Projekt am Bau der Atombombe mitwirkten. Diese Erfahrungen zieht Ulrike Wunderle heran, um den Deutungen dieser Elite in der unmittelbaren Nachkriegszeit auf die Spur zu kommen. Inwiefern ihr – international orientiertes und durch die eigenen Lebenswege geprägtes – Denken im Kalten Krieg seinen Ausdruck fand, wird auf verschiedenen Handlungsebenen der Akteure von der Brüsseler Austellung »Atoms for Peace« von 1955 bis zur Diskussion über das begrenzte Teststoppabkommen 1963 nachgezeichnet.
Von der Antike bis zur Gegenwart
Sic semper tyrannis! - So ergeht es den Tyrannen immer! Politischer Mord gehört zur Geschichte, ob in der Antike oder in der Gegenwart. Oft gewinnen die Taten als Mythos ein dauerhaftes Eigenleben. Aber Mord ist nicht gleich Mord.
Zwölf spannende Fälle politischen Mordens werden in ihren historischen und gesellschaftlichen Rahmen eingeordnet, auch mit Blick auf die unterschiedliche Wahrnehmung durch Zeitgenossen und Nachwelt. Motive und Muster ändern sich, doch ist das persönliche Charisma der Opfer vielfach eine treibende Kraft. Die politische Gewalt in Gestalt des Mordes manifestiert sich dabei in zwei Richtungen, denn nicht nur Herrscher und Politiker als Repräsentanten der Macht werden zum Ziel, sondern auch die Staatsmacht bedient sich des Mordes an Einzelnen oder an Personengruppen.
Gerade die jüngsten blutigen Ereignisse um Osama Bin Laden und Muammar al-Ghaddafi zeigen die Aktualität des Themas politischer Mord. Heldentaten oder Verbrechen? Die Antwort scheint je nach Standpunkt klar. Doch lässt sich immer so einfach Gut und Böse unterscheiden?
Elsässische und französisch-lothringische Geistliche im Ersten Weltkrieg
Author: Annette Jantzen
Die Studie liefert einen wichtigen Beitrag zur deutschen und französischen Erfahrungsgeschichte des Ersten Weltkriegs. Am Beispiel der Grenzregion Elsass-Lothringen und dem von der Front zerschnittenen französischen Lothringen wird untersucht, wie tief sich auf beiden Seiten bei Klerikern, die als Soldaten, Sanitäter und Feld- oder zivilseelsorger fungierten, die religiöse Deutung des Krieges mit nationalen Selbst- und Fremdbildern verband. Auf einem breiten Fundament bislang unveröffentlichter Quellen, die dem Buch in einer CD-ROM beigegeben sind, kommt die Autorin zu einem ernüchternden Ergebnis: Die religiöse Deutung des Krieges nutzte sich ab, aber sie wurde nicht grundsätzlich in Frage gestellt.
Religiöse Gewalttheorien in der Kriegserfahrung des Westens
Ein umfassendes Grundlagenwerk: Die erste Gesamtgeschichte christlicher Kriegserfahrung und christlicher Kriegstheorie von der Antike bis heute. Die Rolle der christlichen Religion im Kontext von Krieg und Kriegführung ist bis heute zutiefst umstritten. War nicht auch das Christentum – wie heute ein militanter Islamismus – in der Geschichte Europas eine Quelle der Gewalt und Radikalisierung? Einleitend entwirft der Herausgeber dieses in seiner thematischen Breite und analytischen Durchdringung einzigartigen Bandes eine umfassende Theorie des Verhältnisses von Krieg und Christentum. Erstrangige Autoren beleuchten sodann den Zusammenhang von Krieg, Kriegserfahrung und religiös begründeter Kriegstheorie, das Verhältnis von Kriegswirklichkeit und theologisch verantworteter Kriegsethik – von den biblischen Grundlagen und den philosophischen Reflexionen der Antike bis zu den religiösen Implikationen des US-Anti-Terror-Krieges im frühen 21. Jahrhundert. Der eindrucksvolle Band ist erwachsen aus dem Tübinger Sonderforschungsbereich 'Kriegserfahrung – Krieg und Gesellschaft in der Neuzeit'. Er arbeitet mit dem dort entwickelten methodischen Instrumentarium einer Geschichte von 'Religion und Kriegserfahrung', welche konzentriert die Wirklichkeit des Krieges mit ihren religiösen und politischen Deutungen verbindet.