Search Results

You are looking at 1 - 2 of 2 items for

  • Author or Editor: Barbara Lange x
  • Search level: All x
Clear All
Author:

Im Frühjahr 1894 unternahm der schwedische Dramatiker, Essayist und selbsterklärte Naturalist August Strindberg ein ungewöhnliches Experiment: Er setzte Negative, wie sie üblicherweise zur Fotografie mit einer Kamera genutzt wurden, dem nächtlichen Licht der Gestirne aus und interpretierte die Bildstrukturen, die dabei entstanden, als Himmelsbilder, Celestographien. Ausgehend von der Tatsache, dass Strindberg die Astronomen seiner Zeit mit dieser Interpretation nicht überzeugen konnte, diskutiert der Aufsatz, wie der Künstler das in der biblischen Schöpfungsgeschichte angelegte Modell, in dem Licht eine prominente Rolle spielt (Genesis 1,3–19), in seinem fotografischen – d.h. lichtbasierten – Experiment dazu nutzte, das Verhältnis von künstlerischer und göttlicher Schöpfung zur Diskussion zu stellen. Dabei zeigt sich, dass das religiöse Wissen über einen Schöpfergott in der an naturwissenschaftlichen Paradigmen orientierten Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts in numinosen Aspekten künstlerischer Kreativität eine Fortsetzung fand. Strindberg ließ allerdings offen, ob damit der Künstler zu einer quasi göttlichen Instanz wird. Vielmehr thematisierte er mit seinem Experiment, dass auch die Astronomie, die zu seiner Zeit aufgrund ihrer Bilder vom All besonders populär war, Traditionen biblischen Schöpfertums transportierte, so dass die Frage nach einer göttlichen Existenz damals alles andere als geklärt erscheint.

In: Religiöses Wissen im vormodernen Europa
Von der Antike bis zur Gegenwart
Sic semper tyrannis! - So ergeht es den Tyrannen immer! Politischer Mord gehört zur Geschichte, ob in der Antike oder in der Gegenwart. Oft gewinnen die Taten als Mythos ein dauerhaftes Eigenleben. Aber Mord ist nicht gleich Mord.
Zwölf spannende Fälle politischen Mordens werden in ihren historischen und gesellschaftlichen Rahmen eingeordnet, auch mit Blick auf die unterschiedliche Wahrnehmung durch Zeitgenossen und Nachwelt. Motive und Muster ändern sich, doch ist das persönliche Charisma der Opfer vielfach eine treibende Kraft. Die politische Gewalt in Gestalt des Mordes manifestiert sich dabei in zwei Richtungen, denn nicht nur Herrscher und Politiker als Repräsentanten der Macht werden zum Ziel, sondern auch die Staatsmacht bedient sich des Mordes an Einzelnen oder an Personengruppen.
Gerade die jüngsten blutigen Ereignisse um Osama Bin Laden und Muammar al-Ghaddafi zeigen die Aktualität des Themas politischer Mord. Heldentaten oder Verbrechen? Die Antwort scheint je nach Standpunkt klar. Doch lässt sich immer so einfach Gut und Böse unterscheiden?