Search Results

You are looking at 1 - 3 of 3 items for

  • Author or Editor: Christoph M. Schmidt x
  • Search level: All x
Clear All
Historische, religionssoziologische und religionspolitische Perspektiven
Die Gegenwart ist geprägt von einer Pluralität religiöser Bekenntnisse. Tatsächlich scheint sich die »Säkularisierung« weniger als Rückgang der Religiosität insgesamt, sondern als zunehmende Pluralisierung des Religiösen zu vollziehen. Politische Gemeinwesen sind herausgefordert, das Zusam-menleben von Angehörigen unterschiedlicher Konfessionen und Religionen im Rahmen einer Religions-politik zu gestalten.
Dieser Band versammelt neben empirischen Analysen der religiösen Pluralität und des Umgangs mit dieser Plu-ralität systematische Perspektiven aus rechtswissenschaftlicher, politikwissenschaftlicher und politisch-philosophischer Sicht, die verschiedene Möglichkeiten der Gestaltung des religiösen Pluralismus repräsentieren. Auch der Katholizismus - an und für sich das Paradebeispiel einer einheitlichen Gemeinschaft - war und ist geprägt von einer beachtlichen inneren Pluralität und hat früh Konzeptionen des Zusammenlebens in religiös pluralen Gesellschaften entwickelt.
Fakten und Folgen des Geburtendefizits
Die Deutschen werden älter, bunter – und weniger. Auf das Älter- und Bunterwerden darf man sich freuen. Das Wenigerwerden dagegen setzt das Wirtschafts- und Sozialsystem verschiedenen dramatischen Verwerfungen, Spannungen und Verteilungskämpfen aus, die es in der deutschen Wirtschafts- und Sozialgeschichte bisher in diesem Umfang noch nicht gab. Aber diese Gefahren werden bislang von der deutschen Politik, von den Medien und von der Öffentlichkeit nach Kräften ignoriert. Führende Wissenschaftler mit internationalem Renommee rücken aus unterschiedlicher Perspektive diese drohenden Verwerfungen in ein dringend nötiges Rampenlicht. Als größtes Manko wird die Diskrepanz zwischen dem Ausmaß des Problems und seiner Wahrnehmung in Öffentlichkeit und Politik diagnostiziert. Der Appell der Beiträger und Herausgeber zielt darauf ab, schon jetzt mit dem Abfedern der sich aufbauenden Spannungen zu beginnen und nicht weiter wie gehabt mit Scheuklappen und Volldampf auf eine demografische Implosions-Katastrophe zuzusteuern.
Humanismus und Anti-Humanismus (III)
Man kann nicht nicht kommunizieren, so hallt es durch die virtuellen und belebten Foren des 21. Jahrhunderts. Inmitten unserer Kultur der Kreativen und Aufdecker, Aufklärer und Erleuchteten gerät jede Stille zum beredten Schweigen und jeder Anflug von Diskretion in den Verdacht, eine schreiende Ungerechtigkeit zu decken. Wir leben im Kommunikationszeitalter, in dem alles besprochen und verständlich gemacht werden kann – und muss. Wer nicht mitredet, existiert nicht. Gefragt wird er trotzdem.
Wenn es um Würdenträger der Religionen, die Funktionseliten der Kirche oder schlicht um die christliche Deutung irgendeines Ereignisses oder Phänomens geht, zeigt sich die politische Öffentlichkeit seit Jahren auch höchst interessiert an Wortbeiträgen aus der religiösen Sphäre. Worum es sich bei diesem Interesse handelt, harrt aber der Erforschung. Auch außerreligiös steht einiges auf dem Spiel. Hannah Arendt hat einmal in einem Anflug von republikanischer Begeisterung vom »Glück des Öffentlichen« gesprochen und das freie öffentliche Handeln als konstitutives Moment des gelungenen Lebens gekennzeichnet. Wenn das richtig ist, dann wäre eine kulturell verarmte Öffentlichkeit, die keine unbeschallten Räume mehr beherbergt und in der alles immer schon an seinem Platz ist, nicht nur ein religiöses Problem.