Versuch einer historisch-systematischen Betrachtung
Author: Dieter Burkert
Es gilt, dem Ereigniskomplex „Flüchtlingsproblematik“ historische Tiefe zu verleihen (geschichtliches Anliegen). Dadurch erscheint es möglich, Regelhaftigkeiten zu erkennen (systematisches Anliegen), die dann wiederum auch der Tagespolitik hilfreich sein können (subsidiär-politisches An-liegen). – Der Autor ist Angehöriger der sogen. Erlebnisgeneration Ostvertriebener aus Schlesien (erste Vertreibungswelle, Juni 1945). Dies kommt seinen Ausführungen i. S. „intellektuellen Einfühlungsvermögens“ durchaus entgegen.
Ein fragmentarischer Versuch
Author: Dieter Burkert
‚Theologie‘ ist zwar einer der ältesten Kulturbereiche überhaupt; nichts-destoweniger ist er wissenschaftlich immer wieder umstritten. Deshalb bedarf er grundlegender Absicherung (Fundamentierung), aber auch Verdeutlichung (Strukturierung). Dies geschieht methodisch durch Sichtung und Beschreibung, didaktisch durch dadurch mögliche Wahl von Gegenstandsbereichen. – Als Grundlage der Grundlagen (fundamentum fundamentorum) gilt dem glaubenden Menschen Gott, dem Christen in Leben, Tun und Leiden Jesu Christi erkennbar, bezeugt in der Heiligen Schrift (Bibel), zumal den Evangelien (im Neuen Testament). Die seit Luther basale Position der Bibel berechtigt, von ‚protestantischer‘ Fundamentaltheologie zu sprechen.
Theologische Variationen zu bestimmten Letzten Dingen
Author: Dieter Burkert
Zusammengeführt werden zwei Wirklichkeiten – die der Welt („Tod“) und die Gottes („Auferstehung“), ermöglicht durch den (erweiterten) Begriff ‚Leben‘. Da die Wirklichkeit Gottes vorauswirkt, ist bereits der „Tod“ das „Tor zum Licht“ (Franz v. Assisi). „Auferstehung“ ist zu verstehen als Wahrung der Person im Gedächtnis Gottes (Memoriatshypothese). Dadurch hebt sich nicht nur die Widersprüchlichkeit zwischen Ganztodvorstellung (auch die Seele sterbe) und „Auferstehung“ auf, sondern es ergibt sich auch Offenheit für die Souveränität Gottes i. S. d. Neugestaltung in seiner ewigen Gemeinschaft. – All dies verlangt Bemühung um Glaubensfestigkeit. Diesem Bemühen kommt der Verfasser entgegen durch immer wieder neu einsetzende Darlegungen zum Doppelthema „Tod und Auferstehung“ (Prinzip der Variation).
Theologische Skizzen zu Christentum, Judentum und Islam
Author: Dieter Burkert
Der Autor stellt sich die Frage, was solch unterschiedliche Skizzen wie ‛Gott in der Philosophie’, ‛Universumsvorstellung’, ‛Jesu Titel’, ‛Judentum’, ‛Islam’ und andere eigentlich zusammenhält. Antwort: eine Suchbewegung, die ‛Gott’, den Einen, in dem Vielen von Welt zu finden hofft. Dies geschieht in der Zuversicht auf Zuspruch und bleibenden Halt angesichts all der Vergänglichkeit. Insofern geht es um Fundamentaltheologie – unabhängig von Religion, Konfession und Denotation, um auferlegten Anspruch im Sinne reflektierter Impulse hinsichtlich der „Sache mit Gott“ (Jörg Zink).
Griechisch im heutigen Deutsch
Author: Dieter Burkert
Wieviel Griechisch gibt es im heutigen Deutsch und welcher Art ist dieses Sprachgut? Auf dem Hintergrund mehrerer Wellen historischer Übernahme macht der Autor bereits in der Einführung deutlich, dass die Zuordnungen traditioneller Art (wie Lehn- und Fremdwort) nicht greifen, sondern dass von „Gastwörtern“ zu sprechen ist. Die Erprobung dieser These erfolgt im Rahmen der Durchführung in 76 Satzbeispielen, die, zudem „eine Art Balance zwischen morphologisch vorliegender Bedeutung und syntaktisch bedingter Bedeutungsschattierung“ erkennen lassen. Nicht nur bei literaturwissenschaftlich relevanten Gastwörtern (Lyrik; Anekdote) werden Abstecher in die je angeschnittene Disziplin angefügt. Ein durchalphabetisierter Anhang unterstreicht als eine Art erläuternder Beispielsammlung die Unentbehrlichkeit des altgriechischen Sprachgutes im heutigen Deutsch.
Author: Dieter Burkert
Ziel der „Bausteine“ ist es, auf die Bedeutung der theologischen Disziplin ‚Christologie‘ erneut aufmerksam zu machen und so ihre Position wieder zu festigen. Zur Erreichung dieses Zieles gehe ich zwei Wege: Ich ordne zeitlich (I diachron, II synchron) und konzentriere inhaltlich (Beispiel: Auferweckung/Auferstehung). Besonderes Gewicht liegt auf der (einführenden) Verankerung, d. h. im AT- und Israel-Bezug. Ohne diesen Doppelbezug ist weder die Bedeutung der von Jesus selber gegebenen christologischen Impulse noch sind deren Aufnahme und Weiterentwicklung durch die frühen Christen hinreichend zu verstehen. Weiteres Proprium des hier vorliegenden Textes ist die Konzentration auf Jesus als gottgesandte Person, frei von Funktion: „Jesu Christologizität bemisst sich nach dessen Gottesbezogenheit“ (IV 1.3 (3)).