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In: Den Kapitalismus bändigen
In: "Entrüstet Euch!"
In: Der Zweite Weltkrieg in Europa
In: Jahrbuch für Europäische Ethnologie. Dritte Folge 7 - 2012
In: Gesellschaftlicher Wandel im Jahrhundert der Politik
Oswald von Nell-Breunings Impulse für die Sozialpolitik
Oswald von Nell-Breuning hat über Jahrzehnte die deutsche Sozialpolitik kritisch kommentiert und konstruktiv begleitet. Welche Anregungen kann er den Debatten heute geben?
Als führender Kopf des Sozialkatholizismus entwickelte Nell-Breuning markante Positionen der Kapitalismuskritik. Als Autor, Redner und Politikberater gewann er erheblichen Einfluss auf die sozialpolitische Bändigung des westdeutschen Kapitalismus. Diese ist heute – in Zeiten des Neoliberalismus und der Globalisierung – gefährdet. Daher stellen die Beiträge dieses Bandes Nell-Breunings Ideen und Vorschläge nicht nur im Kontext seiner Zeit vor, sie fragen auch, ob sich daraus etwas für die Gegenwart lernen lässt.
Inhalt: Editorial Großbritannien – Kultur einer Industrienation im Wandel BURKHART LAUTERBACH: „Engländerei“, „englische Krankheit“? Überlegungen zum britisch-deutschen Kultur- und Wissenschaftstransfer. KALLE SCHÖNFELD: Britische Wissenschaft – Englische Folklore. Die Fachgeschichte der Folklore Studies, das Folk Revival und der Britische Nationalstaat. DIETMAR SÜß: Kannibalen im eigenen Land: Mass-Observation und britische Sozialanthropologie (1890-1945). SEBASTIAN BERG: Street Views: Straßen, der Spatial Turn und gesellschaftliche Wandlungsprozesse in Großbritannien HARPREET CHOLIA: „This is where it`s at!” Moving On Up… and Around the City. A Journey through the British Asian Club scenes in London INA JESKE/ ANNA MAGDALENA RUILE: “Once upon a Grime” Einblick in die britische HipHop-Szene ANNIKA FORKERT: Musical Modernism in the ‚Land Without Music’ The Limits in Elgar and Holst MARGARETHA SCHWEIGER-WILHELM: “Behind the scenes” – Rituale an britischen Universitäten. Eine Spurensuche. ROBERT TROSCHITZ: No Ifs, No Buts, No Education Cuts! Die englischen Studentenproteste 2010 BEN TENDLER: English language bibliography: comparative european ethnology and related disciplines
Nuklearkrise, NATO-Doppelbeschluss und Friedensbewegung
Als die Straße bebte: Der Kampf um den Frieden in den 1980er Jahren.
Unter dem Motto »Nein zur Nachrüstung« kamen im Herbst 1983 mehr als eine Million Menschen zusammen, um gegen den NATO-Doppelbeschluss und die Stationierung von Cruise Missiles und Pershing II-Raketen in der Bundesrepublik zu demonstrieren. Das Thema beherrschte wie kein anderes die politische und gesellschaftliche Debatte dieser Zeit. Welche Dynamiken entwickelte der Konflikt? Wie waren die Positionen beider Lager? Wer waren die Protagonisten des politischen Establishments einerseits und der Friedensbewegung andererseits? Abschließend steht die Frage, welche Folgen die Kon-troverse um die Nachrüstung für die bundesdeutsche Gesellschaft und für das Ende des Kalten Kriegs hatte. Ein Buch für
zeithistorisch Interessierte und alle, die damals dabei waren!
Gründung, Selbstverständnis und »Vergangenheitsbewältigung«
Author: Jens Oboth
Nach zwei verheerenden Weltkriegen zählte die Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland zu den entscheidenden Voraussetzungen für ein versöhntes Europa. Die katholische Friedensbewegung Pax Christi leistete dazu einen historisch bedeutsamen, lange übersehenen Beitrag.
Der Autor beschreibt erstmals die konfliktreichen Auseinandersetzungen, die Pax Christi bei der Suche nach seinem politischen und religiösen Standort in der jungen Bundesrepublik durchlief. Die Annäherung an die »Last der Vergangenheit« wurde den deutschen Aktivisten durch die ausgestreckte Hand erleichtert, die ihnen von französischer Seite gereicht wurde. Dieser Lernprozess schuf die Grundlagen für spätere internationale Versöhnungsinitiativen mit NS-Opfern in den 1960er Jahren.
Die frühen Jahre der Bundesrepublik Deutschland waren für die katholischen Bischöfe eine herausfordernde Zeit. Nach der Gründung des westdeutschen Teilstaats galt es, den Platz der Katholiken in der bundesdeutschen Gesellschaft zu behaupten, kulturelle Positionen zu verteidigen und neu zu erkämpfen. Innerhalb und außerhalb der Kirche vollzogen sich tiefgreifende Prozesse der Veränderung und Modernisierung. Die Lebenswelt der Katholiken war nicht mehr durch die Grenzen des katholischen Milieus bestimmt, katholische Positionen wurden nicht mehr selbstverständlich akzeptiert. Mit umso größerem Eifer bemühten sich die Bischöfe auf Länderebene weiter um den Erhalt des katholischen Schulwesens, rangen um den katholischen Einfluß in den Gewerkschaften und in der Militärseelsorge, in Rundfunk und Presse und in den Familienverbänden. Mit dem Katholischen Büro in Bonn unter der Leitung von Prälat Wilhelm Böhler schufen sie 1952 eine dauerhafte kirchliche Verbindungsstelle zum Staat. Auch die innerkirchlichen Strukturen mußten an die wachsenden Herausforderungen angepaßt werden: Mit der Einsetzung einer bischöflichen Sonderkommission begann 1950 ein Prozeß zur Neuorganisation der Fuldaer Bischofskonferenz unter ihrem Vorsitzenden Joseph Kardinal Frings. Das alte Referentensystem wurde durch ein neues System von Sachreferaten ersetzt. Ebenso bedurfte das katholische Vereins und Verbandswesen der Neustrukturierung. 1952 wurde das Zentralkomitee der deutschen Katholiken als Spitzenorganisation der Laien gegründet. Um die Formulierung des Statuts wurde hart gerungen; hier schlug sich die Sorge der Bischöfe nieder, die Arbeit der katholischen Laien könne sich allzu sehr verselbständigen und vom bischöflichen Lenkungsanspruch entfernen. Mehr als 250 sorgfältig ausgewählte Dokumente aus kirchlichen Aktenbeständen sind in diesem Band erstmals veröffentlicht und mit einer ausführlichen kritischen Kommentierung versehen. Sie gewähren dem Leser neue Einblicke in das bischöfliche Wirken der frühen 1950er Jahre und bilden für künftige Forschungsarbeiten eine bedeutsame Grundlage.