in Der Zweite Weltkrieg in Europa
in Den Kapitalismus bändigen
in "Entrüstet Euch!"
in Gesellschaftlicher Wandel im Jahrhundert der Politik
Oswald von Nell-Breunings Impulse für die Sozialpolitik
Oswald von Nell-Breuning hat über Jahrzehnte die deutsche Sozialpolitik kritisch kommentiert und konstruktiv begleitet. Welche Anregungen kann er den Debatten heute geben?
Als führender Kopf des Sozialkatholizismus entwickelte Nell-Breuning markante Positionen der Kapitalismuskritik. Als Autor, Redner und Politikberater gewann er erheblichen Einfluss auf die sozialpolitische Bändigung des westdeutschen Kapitalismus. Diese ist heute – in Zeiten des Neoliberalismus und der Globalisierung – gefährdet. Daher stellen die Beiträge dieses Bandes Nell-Breunings Ideen und Vorschläge nicht nur im Kontext seiner Zeit vor, sie fragen auch, ob sich daraus etwas für die Gegenwart lernen lässt.
Inhalt: Editorial Großbritannien – Kultur einer Industrienation im Wandel BURKHART LAUTERBACH: „Engländerei“, „englische Krankheit“? Überlegungen zum britisch-deutschen Kultur- und Wissenschaftstransfer. KALLE SCHÖNFELD: Britische Wissenschaft – Englische Folklore. Die Fachgeschichte der Folklore Studies, das Folk Revival und der Britische Nationalstaat. DIETMAR SÜß: Kannibalen im eigenen Land: Mass-Observation und britische Sozialanthropologie (1890-1945). SEBASTIAN BERG: Street Views: Straßen, der Spatial Turn und gesellschaftliche Wandlungsprozesse in Großbritannien HARPREET CHOLIA: „This is where it`s at!” Moving On Up… and Around the City. A Journey through the British Asian Club scenes in London INA JESKE/ ANNA MAGDALENA RUILE: “Once upon a Grime” Einblick in die britische HipHop-Szene ANNIKA FORKERT: Musical Modernism in the ‚Land Without Music’ The Limits in Elgar and Holst MARGARETHA SCHWEIGER-WILHELM: “Behind the scenes” – Rituale an britischen Universitäten. Eine Spurensuche. ROBERT TROSCHITZ: No Ifs, No Buts, No Education Cuts! Die englischen Studentenproteste 2010 BEN TENDLER: English language bibliography: comparative european ethnology and related disciplines
Gründung, Selbstverständnis und »Vergangenheitsbewältigung«
AutorIn: Jens Oboth
HerausgeberIn: Frank Kleinehagenbrock
Die Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland zählte nach zwei verheerenden Weltkriegen zu den Voraussetzungen für ein versöhntes Europa. Die von Frankreich und katholischen Résistance-Kämpfern ausgehende Friedensbewegung Pax Christi leistete dazu einen historisch bedeutsamen Beitrag. Wie ihr deutscher Zweig auf die ihr aus Frankreich gereichte Hand zur Versöhnung reagierte, ist Gegenstand des Buches. Es beschreibt, wie nach Kriegsende zunächst Einzelpersonen und Gruppierungen den Pax- Christi-Gedanken aufgriffen und engagiert vorantrieben. Sie wurden dabei nicht nur vom Kampf für Frieden, transnationale Versöhnung und die moralische Rehabilitierung Deutschlands getragen, sondern auch von der Idee für eine umfassende geistige Erneuerung Europas. Vom missionarischen Geist der Katholischen Aktion beseelt, bemühten sich Laien darum, im Zusammenspiel mit Vertretern der kirchlichen Hierarchie ein tragfähiges organisatorisches Gefüge aufzubauen und durch geistliche Aktivitäten auch auf politische Entscheidungsprozesse einzuwirken. In der Frühphase des Kalten Krieges waren diese Bemühungen keineswegs spannungsfrei. Die ständige Opposition zum politischen Kurs der Regierung Adenauer, etwa in Fragen der NS-Prozesse, der Entnazifizierungsverfahren oder der Wiederbewaffnung, erschwerte eine breite gesellschaftliche Verortung. Zudem entbrannten Konflikte mit den Bischöfen um die politische sowie die pazifistische Ausrichtung der Bewegung. Hatten in den ersten Jahren die deutschen Kriegsgefangenen und die Integration der Ostvertriebenen im Mittelpunkt des Interesses gestanden, richtete sich der Blick der deutschen Pax-Christi-Aktivisten Mitte der 1950er Jahre vermehrt auf die Opfer des Dritten Reiches. Symbolorte des NS-Terrors wie z.B. Oradour-sur-Glane setzten bei ihnen einen Lernprozess in Gang, der Pax Christi zu einer Vorreiterin späterer transnationaler Versöhnungsinitiativen mit NS-Opfern machte. Der Autor beschreibt erstmals die facettenreiche Gründungsgeschichte des deutschen Zweigs der Pax-Christi-Bewegung. Ein bislang kaum bekanntes Kapitel in der Kulturgeschichte der deutsch-französischen Beziehungen nach 1945 wird dadurch gründlich aufgearbeitet.
Nuklearkrise, NATO-Doppelbeschluss und Friedensbewegung
Als die Straße bebte: Der Kampf um den Frieden in den 1980er Jahren.
Unter dem Motto »Nein zur Nachrüstung« kamen im Herbst 1983 mehr als eine Million Menschen zusammen, um gegen den NATO-Doppelbeschluss und die Stationierung von Cruise Missiles und Pershing II-Raketen in der Bundesrepublik zu demonstrieren. Das Thema beherrschte wie kein anderes die politische und gesellschaftliche Debatte dieser Zeit. Welche Dynamiken entwickelte der Konflikt? Wie waren die Positionen beider Lager? Wer waren die Protagonisten des politischen Establishments einerseits und der Friedensbewegung andererseits? Abschließend steht die Frage, welche Folgen die Kon-troverse um die Nachrüstung für die bundesdeutsche Gesellschaft und für das Ende des Kalten Kriegs hatte. Ein Buch für
zeithistorisch Interessierte und alle, die damals dabei waren!