Search Results

In: Lorenz Jaeger als Ökumeniker
Author: Dominik Burkard

Isenbiehls Neuer Versuch über die Weissagung vom Emmanuel (1777) löste im deutschen Sprachraum einen der größten theologischen Skandale des späten 18. Jahrhunderts aus. Nie zuvor und nie danach haben sich Theologie und Lehramt intensiver und kontroverser mit Jes 7,14ff. und Mt 1,22f. beschäftigt. Den einen galt Isenbiehl als (Neu-)Begründer der historisch-kritischen Exegese innerhalb der katholischen Theologie, den anderen als Deist, Sozinianer und Ketzer. Universitäre Gutachten wurden eingeholt, Bischöfe und sogar das Reich erließen Verbote der Schrift. Am 20. September 1779 verdammte auch Pius VI. den Neuen Versuch durch ein päpstliches Breve. Der Beitrag erörtert die historiographischen Probleme, die sich bei der Rekonstruktion und Analyse des Falles ergeben. Sie dürften paradigmatische Bedeutung für die Beschäftigung mit der päpstlichen Zensur im ausgehenden 18. Jahrhundert haben.

Il Neuer Versuch über die Weissagung vom Emmanuel (1777) di Isenbiehl sollevò nei paesi di lingua tedesca uno degli scandali teologici più grandi del tardo Settecento. Non ci fu una discussione si intensiva e si controverso dei brani di Jes 7, 14ss. e Mt 1,22 e s. né prima né dopo di questo incidente. Negli occhi degli uni l'Isenbiehl era il (re)fondatore dell'esegesi storico-critica nella Chiesa Cattolica, gli altri lo considerarono un deista, uno sociniano e un eretico. Furono richiesti perizie universitarie, vescovi e perfino l'Impero emisero proibizioni dell'opera. Il 20 settembre 1779 anche Pio VI condannò il Neuer Versuch con un Breve papale. Il saggio presente discute i problemi storiografici, che si rivelano nella ricostruzione e nell'analisi del caso. È probabile che essi abbiano un'importanza paradigmatica per lo studio della Censura Papale nel tardo Settecento.

Isenbiehl's Neuer Versuch über die Weissagung vom Emmanuel (1777) triggered off one of the greatest theological scandals of the late eighteenth century in the German-speaking world. Neither before nor after this incident had theologians and the papal teaching authority dealt with Jes 7, 14ff. and Mt 1, 22f. in such an intensive and controversial manner. On the one hand, Isenbiehl was regarded as the (new) founder of the historical-critical exegesis amongst catholic theologians, but on the other hand he was considered a deist, socinian and heretic. Academic expertises were asked for, bishops and even the Empire enacted a ban against the work. On 10th September 1779 Pius VI condemned the Neuer Versuch with a papal breve. The present essay analyzes the historiographic problems that arise in the reconstruction and analysis of the case. They are likely to be of paradigmatic importance for the studies on papal censorship in the late eighteenth century.

In: Verbotene Bücher
In: Lorenz Jaeger als Theologe
Rosenbergs nationalsozialoistische Weltanschauung vor dem Tribunal der Römischen Inquisition
Hitler nannte Alfred Rosenberg den „Kirchenvater des Nationalsozialismus“. Sein Hauptwerk, der „Mythus des 20. Jahrhunderts“ war im Dritten Reich Pflichtlektüre bei jeder politischen Unterweisung. Doch schon 1934 hat die römische Kurie die wichtigste nationalsozialistische Programmschrift auf den Index der verbotenen Bücher setzen lassen. Kürzlich dazu zugänglich gewordene Quellen lassen die Umstände der Indizierung in neuem Licht erscheinen und geben Antwort auf bislang ungelöste Fragen zum Verhältnis von Vatikan und Nationalsozialismus. Wenn sich die Kirche zur Zeit des Dritten Reiches tatsächlich in Schweigen hüllte, wie ist dann diese frühe Indizierung zu erklären? Der Vatikan hat sich bewusst nicht gescheut, durch den symbolischen Akt der Indizierung Stellung gegenüber der nationalsozialistischen Idee zu beziehen. Sie blieb nicht ohne Folgen: Die Partei setzte ihre ganze Propagandamaschinerie zur Diffamierung der Kirche in Gang. Die deutschen Katholiken sahen sich in einen Gewissenskonflikt gestürzt. Das Buch untersucht, wer an der römischen Kurie die Indizierung des „Mythus“ betrieb, aus welchen Gründen sie durchgesetzt wurde und schließlich, wie Pacelli, der spätere Pius XII., sich dazu stellt. Die Frage nach dem „Schweigen“ des Heiligen Stuhls zum Nationalsozialismus wird in diesem Buch neu gestellt.
Katholische Aktion in Deutschland im europäischen Kontext 1920–1960
»Katholische Aktion« – unter diesem Schlagwort versuchten Päpste und Bischöfe seit den 1920er Jahren katholische Gläubige weltweit für die Interessen der Kirche zu mobilisieren.
Das Buch bietet die erste umfassende Programm- und Wirkungsgeschichte dieser Idee im deutschen Katholizismus zwischen Erstem Weltkrieg und Zweitem Vatikanischem Konzil. Die »Actio Catholica« war eine weltweite laienapostolische Kampagne Pius’ XI. und Pius’ XII. für eine »Verchristlichung der Welt«. Der »Pest des Laizismus« sollte in den weitgehend säkularisierten Gesellschaften des 20. Jahrhunderts eine Kampffront katholischer Laien entgegengesetzt werden. Während die Bedeutung dieser Programmatik in Deutschland lange Zeit unterschätzt wurde, zeigt die Arbeit, wie sehr auch der deutsche Katholizismus zwischen Weimarer Republik und früher Bundesrepublik von den Ideen der Katholischen Aktion geprägt war. Ebenso wie in Frankreich und Italien war auch in Deutschland die Katholische Aktion das zentrale kirchliche Experimentierfeld, auf dem der katholische »Laie« seine moderne Gestalt annahm.