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In: Deutsche Besatzung in der Sowjetunion 1941-1944
In: Politiker ohne Amt
In: Wie Demokratien enden
Der Weg in die deutsch-ukrainische Kollaboration im Zweiten Weltkrieg war lang. Nationalisten beider 'zu kurz gekommenen' Völker strebten schon seit 1914 nach einer Zusammenarbeit gegen vorgebliche gemeinsame Feinde – Polen, Russen, Juden. Frank Golczewski beleuchtet unter neuen Fragestellungen die weithin unbekannte, oft groteske Geschichte zweier ungleicher Partner und ihrer ideologisch-politischen Konzepte für die Änderung des status quo. Seit 1914 versuchten beide Seiten kontinuierlich, einander für die eigenen Ziele nutzbar zu machen. Ukrainische Nationalisten im Exil buhlten um deutsche Politiker, Deutsche benutzten sie, um an die versprochenen Reichtümer der Ukraine zu gelangen. Beide Seiten täuschten einander – und suchten anschließend gleich wieder neue Kooperation. Deutsche Stellen hatten Be-ziehungen zu 'ihren' jeweiligen Ukrainern, die sich – wie bei Emigranten nicht selten – heftig befehdeten. In der gemeinsamen Ent-frem-dung von der Entente kristallisierte sich das Aufeinander-Verwiesen-Sein deutscher und ukrainischer politischer Kreise heraus. Konstante Elemente dieses Verhältnisses waren die Beziehungen zu Polen. Sowohl als 'Feind meines Feindes' als auch in gemeinhin unterschätzter Partnerschaft zwischen 1934 und 1939 war das Verhältnis zwischen Deut-schen und Ukrainern eine Funktion des jeweiligen deutsch-polnischen Ver-hältnisses. Das antijüdische Motiv gewann von den 1920er Jahren an zunehmende Bedeutung. Und auch die Beziehungen zu Sowjetrussland und der Sowjetunion wirkten sich auf die deutsch-ukrainischen Kontakte aus. Für die ukrainische Seite erwies sich die Entwicklung als eine Kette enttäuschter Hoffnungen, kurzsichtiger Planungen und des gegen-seitigen Verrats. Für die deutschen Politikgestalter und die deutschen Geheimdienste, ob vor oder nach 1933, waren die Ukrainer nur eine Karte im großen Spiel. In wenigen klarsichtigen Momenten nahmen ukrainische Vertreter das auch wahr – um sofort wieder in die nächste Falle zu tappen. Das Buch erschüttert mehrere historiographische Legenden. Besondere Auf-merksamkeit widmet es den subjektiven Einschätzungen der Akteure. So entsteht ein Bild von sehr unterschiedlichen Partnern, denen gegen Ende der dreißiger Jahre aber eines gemein war: die Bereitschaft, alles zu riskieren, um den status quo zu verändern.
Von Athen bis zu Putins Russland
Mit dem Ende des Kalten Krieges erschien die Demokratie als klares Erfolgsmodell. Doch die um 1990 begonnene Demokratisierung in Osteuropa, Afrika und Lateinamerika hat allzu häufig mit Rückfällen in autoritäre Systeme geendet. Auch die Hoffnungen auf einen „arabischen Frühling“ wurden weitgehend enttäuscht. China zeigt als größte Nation der Erde keine Anzeichen einer Demokratisierung. Und in Europa und Nordamerika haben populistische Bewegungen, deren demokratische Ausrichtung zumindest zweifelhaft ist, breiten Zulauf. Selbst die ältesten Demokratien stecken heute in der Krise.
Dieses Buch öffnet den Blick auf die beunruhigende Tatsache, dass das Scheitern von Demokratien ein durchaus häufiges Phänomen ist, für das die Geschichte reiches Anschauungsmaterial bietet. Ausgewiesene Historiker schildern in kompakten Einzelkapiteln das Ende der Volksherrschaft in Athen, Frankreich, Italien, Deutschland, Spanien, Pakistan, Burma, Chile und Russland. So spannt sich der Bogen vom Ende der ersten Demokratie in Athen über das 19. und 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Doch nichts ist zwangsläufig: Aus den Fehlern der Vergangenheit lässt sich für die Gestaltung der Zukunft lernen.
Vernichtungskrieg | Reaktionen | Erinnerung
In der deutschen Öffentlichkeit sind die unfassbaren Verbrechen der deutschen Besatzer in der Sowjetunion während des Zweiten Weltkrieges nach wie vor kaum präsent.
Führende Experten und einer der letzten Zeitzeugen des Holocaust in der Ukraine stellen die unterschiedlichen Aspekte der deutschen Besatzungszeit in der Sowjetunion vor. Sie fragen nach den Massenverbrechen, aber auch nach den Reaktionen der Bevölkerung. Wie sah der Alltag in den besetzten Gebieten aus? Welche spezifischen Erfahrungen machten Männer und Frauen? Welche Überlebens- und Widerstandsstrategien gab es? Was wissen wir über die Partisanenbewegung und über die Kollaboration? Wie erinnern sich die Menschen an die deutsche Besatzung? So wird erstmals das Thema in seiner ganzen Breite erfasst und dargelegt, wie der Krieg und die Okkupation bis heute nachwirken.
Von Metternich bis Helmut Schmidt
Der Wandel von Politik und Gesellschaft seit der Französischen Revolution und die damit einhergehende Notwendigkeit, das eigene Handeln gegenüber der Öffentlichkeit zu rechtfertigen, hatte erhebliche Auswirkungen auf das Handeln vieler Politiker. Die Beiträge nehmen in den Blick, wie z. B. Otto von Bismarck, Franz von Papen, Konrad Adenauer, Helmut Schmidt oder Michail Gorbacˇëv mit dem Verlust des Amtes umgingen und wie sie versuchten, auf die Politik weiterhin direkt oder indirekt Einfluss auszuüben.