in Freiheit – Natur – Religion
in Ius semper reformandum
in Iustitia et caritas
Reformvorschläge aus der Kirchenrechtswissenschaft
Das Kirchenrecht ist kein unveränderbarer monolithischer Block, sondern stets ein Ius semper reformandum. Rezeptionslücken des II. Vatikanischen Konzils und das Leben der Kirche in der Gegenwart erfordern eine dynamische Rechtsentwicklung, die die Kirche auf ihrem Weg in die Zukunft unterstützt.
Papst Franziskus hat wie seine Vorgänger Johannes Paul II. und Benedikt XVI. bereits zahlreiche Gesetzesänderungen auf den Weg gebracht, etwa des Codex Iuris Canonici von 1983 sowie des Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium von 1990. Die Kirchenrechtswissenschaft begleitet seit jeher die kirchliche Rechtsentwicklung und hat vor allem seit dem letzten Konzil vielfältige Reformvorschläge gemacht. Der Band nimmt die Frage nach möglichen Reformvorschlägen de lege ferenda in zentralen Rechtsbereichen aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick.
Studien zur Sozialethik
Freiheit, Natur und Religion sind die drei Eckpunkte des Spannungsfeldes, in dem christliche bzw. katholische Sozialethik traditionell und gegenwärtig entwickelt wird. Für Arno Anzenbacher, dem dieser Band zum 70. Geburtstag gewidmet ist, waren diese Eckpunkte zugleich Programm: Ausgehend von einem klassisch-liberalen Verständnis personaler Autonomie und Verantwortlichkeit hat er das liberale Paradigma einerseits um einen Rekurs auf anthropologische Annahmen und andererseits um einen Bezug zu christlich-religiösen Grundgewissheiten ergänzt – aber sicher nicht verlassen. Die Aufsätze des Bandes nähern sich den drei Begriffen Freiheit, Natur und Religion in unterschiedlicher Weise, setzen sich grundlegend mit ihnen auseinander, problematisieren und diskutieren sie, konfrontieren sie mit gegenwärtigen Einwänden und bieten Beispiele für ihre ›Anwendung‹ und für ihre Bedeutung für eine sozialethisch orientierte Praxis.
Soziallehre und Diakonie als kirchlicher Dienst an der Welt
Wie kann das Verhältnis von caritativem Tun und politischer Anwaltschaft der Kirche bestimmt werden? Zweifelsohne stellt die Kommunikation zwischen diesen beiden Seiten derselben Medaille eine Herausforderung dar. Besonders die verbandliche Caritas, aber auch die Kirche als Ganzes muss sich stets in diesem Spannungsfeld bewegen. Zugleich wird bei diesem Thema auch immer die Interaktion zwischen Individuen und gesellschaftlichen Institutionen angesprochen. Praxisbeispiele aus verschiedenen Ländern Ost- und Mitteleuropas illustrieren, dass es länderspezifische Antworten geben muss, wo der Schwerpunkt zu setzen ist. Es wird deutlich, dass sowohl Wohltätigkeit als auch Politik notwendig sind, damit die Kirche ihrem Auftrag gerecht werden kann.