Ereignis, Wirkung, Nachwirkung. Herausgegeben im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes
HerausgeberIn: Gerhard P. Groß
Mit dem Ersten Weltkrieg verbindet sich in der kollektiven Erinnerung vielfach das Trauma des modernen, technisierten Krieges. Sein Bild wird dominiert von den Ereignissen und Erfahrungen an der Westfront – von Namen und Symbolorten wie Verdun, Flandern und die Somme. Das Militärgeschichtliche Forschungsamt Potsdam (MGFA) nahm den 90. Jahrestag des Kriegsausbruches zum Anlass, um sich den ersten beiden Jahren des Krieges im Osten zuzuwenden, der in der Forschung bislang kaum behandelt worden ist. Der Band geht aus einer internationalen Tagung des MGFA und des Deutschen Historischen Museums hervor. Er verfolgt drei miteinander verbundene große Themen: - Die Kampfhandlungen an der Ostfront in den ersten beiden Kriegsjahren; - die erlebte Kriegswirklichkeit und die Verarbeitung der Kriegserfahrung an der Front und in der Heimat; - die Darstellung der Realitäten und der Erfahrungen des Krieges in Museen, Gedenkstätten und modernen Medien. Mentalitäts- und kulturgeschichtliche Zugänge laufen ohne angemessene Berücksichtigung des operationalen Umfelds Gefahr, mit den militärischen Ereignissen auch die Kriegsrealität aus den Augen zu verlieren. Daher stellt das Buch die Darstellung der Kriegführung an der Ostfront der kultur- und gesellschaftsgeschichtlichen Analyse voran. Im Zentrum des Bandes jedoch stehen das Erlebnis des Krieges und seine individuelle und kollektive Verarbeitung. Dazu gehört auch die literarische Umsetzung in den kriegführenden Staaten. Neben Fragen der deutschen Besatzungspolitik und der Behandlung der Kriegsgefangenen wird auch die gegenseitige Wahrnehmung der Kriegsgegner behandelt.
Geschichte des operativen Denkens im deutschen Heer von Moltke d. Ä. bis Heusinger
AutorIn: Gerhard P. Groß
Moltke, Schlieffen, Seeckt, Manstein, Heusinger - sie stehen beispielhaft für die Entwicklung des operativen Denkens im deutschen Heer von der Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts - von den deutschen Einigungskriegen über das Zeitalter der Weltkriege bis zum Kalten Krieg, von der Armee Preußens bis zur Bundeswehr.
Dem Potsdamer Militärhistoriker Gerhard P. Groß gelingt es in einem souveränen Überblick als Erstem, Kontinuität und Wandel des operativen Denkens in fünf deutschen Armeen umfassend darzustellen. Er beschränkt sich nicht auf eine bloße militärische Perspektive, sondern stellt seinen Gegenstand überzeugend in das politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Umfeld der jeweiligen Zeit. Ein Buch, das eine große Lücke schließt.
Das westliche Weißrussland unter sowjetischer und deutscher Besatzung
AutorIn: Alexander Brakel
HerausgeberIn: Gerhard P. Groß
Eine Pionierstudie von seltener Eindringlichkeit: die erste vergleichende Darstellung der sowjetischen und deutschen Besatzungsherrschaft in Ostpolen, dem heutigen Westteil Weißrusslands. Mit souveräner Beherr-schung der deutschen, sowjetischen, polnischen und weißrussischen Quellen zeichnet der Autor ein umfassendes Bild des Lebens und Leidens der Bevölkerung der von nationalen Minderheiten geprägten Region Baranowicze von 1939 bis 1944. Ein Buch von exemplarischer Bedeutung! Der Autor stellt die Strategien der Einheimischen für ihr Überleben unter zwei verschiedenen totalitären Regimen in den Mittelpunkt und führt ihr Verhalten zwischen Anpassung, Kollaboration und Widerstand differenziert vor Augen. Besonderes Augenmerk gilt dem Verhältnis der sowjetischen und polnichen Partisanenbewegung zur Zivilbevölkerung. Auch die unterschiedliche Nationalitätenpolitik von Sowjets und Deutschen gegenüber Weißrussen, Polen und Juden wird eingehend untersucht, ebenso ihre Wirkung auf deren Beziehungen untereinander. Dieselbe Aufmerksamkeit erfährt das Verhalten der nichtjüdischen Bevölkerung angesichts des Massenmordes der deut-schen Besatzer an den Juden.