In: Reading the Body of Christ
In: Profane Zumutungen
In: Das westliche Dilemma
Eine geschlechtertheologische Relecture
Die Leib-Christi-Metaphorik ist in Christologie und Ekklesiologie besonders wirkmächtig – bis heute. Das zeigt sich an den einflussreichen Körperbildern und vielschichtigen Konstruktionen von Geschlecht, die mit dem »Leib Christi« verbunden werden.
Die Rede vom »Leib Christi« ist nicht »unschuldig«, denn durch sie werden auch Vorstellungen von Körperlichkeit und Geschlecht in der Theologie verankert und legitimiert. Expert(inn)en aus den USA, Großbritannien und Deutschland gehen den Funktionen und Implikationen der Leib-Christi-Metapher nach, und sie sensibilisieren dafür, sowohl die Potenziale als auch die Probleme der Leib Christi-Metaphorik wahrzunehmen. In den christlich-theologischen und religionswissenschaftlichen Analysen, u. a. der Theologien Karl Rahners, Joseph Ratzingers, Hans Urs von Balthasars und Jon Sobrinos, wird gefragt, wie tragfähig die Leib-Christi-Metapher heute noch sein kann.
Humanismus und Anti-Humanismus (III)
Man kann nicht nicht kommunizieren, so hallt es durch die virtuellen und belebten Foren des 21. Jahrhunderts. Inmitten unserer Kultur der Kreativen und Aufdecker, Aufklärer und Erleuchteten gerät jede Stille zum beredten Schweigen und jeder Anflug von Diskretion in den Verdacht, eine schreiende Ungerechtigkeit zu decken. Wir leben im Kommunikationszeitalter, in dem alles besprochen und verständlich gemacht werden kann – und muss. Wer nicht mitredet, existiert nicht. Gefragt wird er trotzdem.
Wenn es um Würdenträger der Religionen, die Funktionseliten der Kirche oder schlicht um die christliche Deutung irgendeines Ereignisses oder Phänomens geht, zeigt sich die politische Öffentlichkeit seit Jahren auch höchst interessiert an Wortbeiträgen aus der religiösen Sphäre. Worum es sich bei diesem Interesse handelt, harrt aber der Erforschung. Auch außerreligiös steht einiges auf dem Spiel. Hannah Arendt hat einmal in einem Anflug von republikanischer Begeisterung vom »Glück des Öffentlichen« gesprochen und das freie öffentliche Handeln als konstitutives Moment des gelungenen Lebens gekennzeichnet. Wenn das richtig ist, dann wäre eine kulturell verarmte Öffentlichkeit, die keine unbeschallten Räume mehr beherbergt und in der alles immer schon an seinem Platz ist, nicht nur ein religiöses Problem.