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In: Friedrich Schlegel und die Philologie
In: August Wilhelm Schlegel im Dialog
Athenäum – das ist die berühmte Zeitschrift der Brüder Schlegel. Der Name war zugleich Titel für ein Forschung- und Bildungsprogramm mit höchsten Ansprüchen. Insbesondere mit den philologischen, kritischen und philosophischen Arbeiten Friedrich Schlegels hat das Athenäum die Romantik begründet.
Das neue Athenäum macht Schlegels bahnbrechende Neuerungen für die aktuelle Forschung in Philologie und Medienkulturwissenschaft produktiv. Zugleich rückt von Friedrich Schlegel aus die ganze Romantik in den Blick: Literatur, Sprache, Kunst, Musik, Recht und Staat, Philosophie, Religion und Natur. Das Jahrbuch ist also interdisziplinär und übernational, offen für Sachwissen, Selbstreflexion und Irritation. Es enthält neben dem Editorial, das sich aktuellen Themen widmet und sie auf Überlegungen Friedrich Schlegels bezieht, neue Beiträge zur Schlegel- und zur Romantikforschung, die zuvor ein Peer-Review-Verfahren passiert haben müssen. Zudem bietet neue Funde, Diskussionen, Interviews, Features, Berichte und Experimente sowie einen Rezensionsteil.
Epistolarität und Interkulturalität
Als Philologe, Literaturhistoriker, Übersetzer, Kritiker und Indologe war der lange Zeit unterschätzte August Wilhelm Schlegel der wichtigste Kommunikator der deutschsprachigen Romantik.
Der Band bietet eine Bestandsaufnahme der aktuellen Forschungsaktivitäten zu dem älteren Schlegel-Bruder. Bei unterschiedlicher Schwerpunktsetzung kristallisieren sich Vorlesung, Übersetzung, Kritik und Brief als zentrale Kommunikationsmedien heraus, ob es um die Aushandlung ästhetischer und wissenschaftlicher Positionen im Kreis der Romantiker und darüber hinaus geht, um den sozialen Zusammenhalt oder um die Diskursivierung von Emotionen. Neben intertextuell und interkulturell interessierten Studien treten wissenspoetologische, wissenssoziologische und praxeologische Überlegungen.
Schlegel erweist sich als Kommunikator im Dialog mit seiner Familie, mit Mentoren, Freunden und Gegnern sowie mit der altindischen und den europäischen Kulturen von der Antike bis zu seiner Gegenwart.
Der Band versammelt die Beiträge der Tagung »Friedrich Schlegel und die Philologie« an der Freien Universität Berlin im April 2012, die sich erstmals in umfassender Weise dem disziplinären Potential des bisher allenfalls rudimentär ausgeschöpften Beitrags Friedrich Schlegels zur modernen Philologie widmen. Um diesen Beitrag vor dem Hintergrund aktueller Debatten trennscharf bestimmen und differenziert einschätzen zu können, werden zum einen zentrale Aspekte der Philologie Friedrich Schlegels mit den gegenwärtigen Entwicklungen in der Philologie und den Medienkulturwissenschaften verknüpft. Zum anderen arbeiten die vier Abteilungen des Bandes die Einflüsse (Genealogie), die Wirkung (Rezeption), die spezifischen Merkmale und Formen (Studium) und die fachspezifische Bedeutung (Disziplin) der Philologie Friedrich Schlegels heraus.