in Interessen, Werte, Verantwortung
Die Biographie
Seit der Gründung des Auswärtigen Amtes 1871 gab es keinen, der ihm länger gedient hat als HansDietrich Genscher. Er prägte eine 18jährige Ära (19741992), die von dem Konflikt und der Entspannung zwischen West und Ost über das Ende des Kalten Krieges und die Vereinigung Deutschlands bis zu den Kriegen am Golf und auf dem Balkan reichte.
Auf der Grundlage vieler Gespräche mit HansDietrich Genscher, Interviews mit prominenten Zeitzeugen und der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Dokumenten des Politischen Archivs im AA hat HansDieter Heumann die erste Biographie des angesehensten deutschen Außenministers vorgelegt.
Ebenso kenntnisreich wie einfühlsam zeichnet er ein Bild des Menschen HansDietrich Genscher, indem er seine Herkunft und Prägungen schildert und seinen tieferen Triebkräften und Eigenschaften nachspürt. Ausgewogen und nicht ohne kritische Distanz würdigt er die Herausforderungen
und Leistungen Genschers auf der weltpolitischen Bühne.
Europas Chance in der multipolaren Welt. Geleitwort von Herfried Münkler
Ist die Welt am Anfang des 21. Jahrhunderts „aus den Fugen“? Hat die Diplomatie angesichts der vielen internationalen Krisen überhaupt eine Chance? Wie reagiert Europa auf die Machtverschiebungen in der multipolaren Welt? Dieses Buch liefert Analysen und Antworten eines erfahrenen Diplomaten auf die drängenden Fragen unserer Gegenwart.
China ist inzwischen eine Großmacht. Es nutzt das Vakuum, das die USA mit dem Rückzug auf sich selbst lassen. Russland tritt immer selbst bewusster auf, obwohl es Zeichen der Schwäche zeigt. Europa sieht, dass es sich in vieler Hinsicht nicht mehr auf seinen bisher engsten Partner, die USA, verlassen kann. Es hat spätestens jetzt keine andere Wahl mehr, als selbst ein Akteur in der multipolaren Welt zu werden. Europas Chance ist gut, wenn es eine Diplomatie betreibt, die man strategisch nennen könnte. Sie gründet auf einer strategischen Analyse der Interessen und Machtverhältnisse der wichtigsten Akteure in der Welt. Strategische Diplomatie gestaltet Ordnungen, globale und regionale. Sie orientiert sich dabei an „langen Linien“ historischer Entwicklungen. Der Autor verbindet Theorie und Praxis, Politikwissenschaft und Geschichte. So hilft er dem Leser, sich in der anarchischen Welt der internationalen Politik zurechtzufinden.