Series Editors: Jörg Hillmann and Stephan Huck
Die Reihe „Schriften zur Marinegeschichte“ will ein Forum für neue und kontroverse Forschungsergebnisse zu ausgewählten Themenkreisen der Marinegeschichte bieten. Damit öffnet sich diese Reihe einem weiten inhaltlichen Spektrum und dem Interessentenkreis aktiver und ehemaliger Angehöriger der deutschen Seestreitkräfte sowie militär- oder maritim-historisch interessierter Leser. Die Veröffentlichungspalette soll von der Verschriftlichung von Vortragsreihen über wissenschaftliche Qualifikationsarbeiten bis zur Publikation unbekannter oder seltener Dokumente reichen. Ein besonderes Augenmerk möchten die Herausgeber neben Biographien auch auf Publikationen richten, welche sich der kommentierenden Bearbeitung von Selbstzeugnissen widmen. Steht zwar das erzählende Ich im Mittelpunkt und muss gebührend zu Wort kommen, so soll doch eine umfassende Kommentierung den erklärenden Rahmen bieten. Auf diese Weise soll versucht werden, Ereignisse und Strukturen – vielleicht auch nur die Normalität – vergangener Zeiten aus der personalen Perspektive heraus sichtbar zu machen, wissenschaftlich begründet einzufassen und insgesamt für weitergehende Forschungen zu öffnen. Die „Schriften zur Marinegeschichte“ werden vom Freundeskreis des Wehrgeschichtlichen Ausbildungszentrum der Marineschule Mürwik e.V. und der Stiftung Deutsches Marinemuseum gemeinsam herausgegeben. Beide Einrichtungen wollen mit der Schriftenreihe Kenntnis und Verständnis der politischen, militärstrategischen, technischen, sozialen und kulturellen Aspekte deutscher Militär- und Marinegeschichte erweitern und vertiefen.
Verdeckte deutsch-niederländische Rüstungsproduktion und die Firma IvS 1922-1945
1922 wurde das Ingenieurbüro für Schiffbau (IvS/ Inkavos A.G.) unter der Leitung von Dr. Hans Techel in Den Haag gegründet. Auf diesem Wege sollten durch eine geheime Kooperation mit den Niederlanden die technische Erfahrung und der Technologievorsprung des Deutschen Reiches im U-Bootbau erhalten bleiben – obwohl der Versailler Vertrag dem Deutschen Reich die U-Bootrüstung untersagte.
Kurz nach seiner Gründung bezog das IvS seine Büros im selben Gebäude wie die Schiffbauliche Abteilung der niederländischen Marine. Hieraus ergab sich eine enge Zusammenarbeit in der U-Boot-Konstruktion. So im Bereich des Rumpfdesigns, der Torpedoausstoßvorrichtungen und der Torpedos, Sehrohre, Echolote, Schallortungsgeräte und des Schweißens von hochfestem Stahl. Die Ergebnisse der Kooperation beeinflussten sowohl die U-Booteigenbauten der Niederländischen Marine wie jene des IvS für seine ausländischen Kunden. Gegenüber diesen erfüllten beide Parteien ihre vertraglichen Verpflichtungen zwischen 1922 und 1940. 1945 übernahm die niederländische Regierung das IVS. Es wurde erst 1957 geschlossen.
Soldaten im Spiegel von Biographien, Memoiren und Selbstzeugnissen
Militärs waren und sind beliebte Objekte für Biographen. Auch sie selbst haben mit ihren Memoiren Geschichte geschrieben. Ihre Biographien, Memoiren und Selbstzeugnisse – Tagebücher, Briefsammlungen usw. – sind konstituierende Teile einer bemerkenswerten militärischen Erinnerungskultur. Um ihren Erkenntniswert geht es in diesem Buch. An individuellen Beispielen wie etwa Tilly, Moltke d. J. oder Erich Raeder und an kollektiven wie der 'Legion Condor', der spanischen 'Blauen Division', die 1941–1943 an der Ostfront eingesetzt war, oder dem Auftreten von Wehrmachtgenerälen in der Wiederbewaffnungs-debatte nach dem Zweiten Weltkrieg zeigen 18 Beiträge aus deutscher und internationaler Perspektive, wie fruchtbar ein methodisch reflektierter biographischer Zugriff nicht nur für die Militärgeschichte sein kann.
Krieg im Spannungsfeld von Politik, Ideologie und Gesellschaft
Die Festschrift zu Ehren des Militärhistorikers Bernd Wegner versammelt Aufsätze und Essays von Freunden und Kollegen, die sich im Kern mit Krieg und Gewalt in der Neuzeit im breiten Spannungsfeld von Politik, Ideologie und Gesellschaft beschäftigen.
Die Beiträge knüpfen bewusst an Forschungsinteressen und -entwicklungen an, die Bernd Wegner im Laufe der letzten drei Jahrzehnte vorangetrieben und dabei wesentlich beeinflusst hat. Der Band nimmt wesentliche und in der Forschung intensiv debattierte Fragen aus den Komplexen Krieg, Frieden, Staatenkonflikte und -beziehungen in der Neuzeit auf. Essayistisch gehaltene Gesamtschauen zu neueren Entwicklungen in der Militärgeschichte und der Geschichte internationaler Beziehungen stehen dabei originären Skizzen jüngerer Forschung und Erkundungen neuartigen methodologischen Terrains gegenüber.