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In: Morbides Denken
In: Geistige Existenz
In: Zeichen ferner Freiheit
In: Der Anfang
In: Das gemessene Band
In: Der Staub Gottes
In: Öffentliches Schweigen
Wenn die Abwesenheit Gottes keinen Schmerz mehr auslöst, sind wir in jenem Stadium der Gleichgültigkeit angelangt, das uns zu 'Nurweltlichen' (PETER STRASSER) herabwürdigt. 'Nurweltliche' streben nach nichts Höherem. Sie bescheiden sich mit den Gütern der Welt. Doch die Idee totaler Profanierung, dieses Bild einer areligiösen Welt, in der die Menschen keiner Erlösung bedürfen, weil sie bereits in der Befriedigung ihrer Bedürfnisse die ganze Fülle zu erleben meinen, hat sich als Schreckensutopie erwiesen. Die innere Abkühlung und das fehlende Pathos der Heutigen, der grassieren-de Zynismus und die fehlende Ernsthaftigkeit, ein hohler Party-Hedonismus, gepaart mit zwanghafter Lust an der Schauspielerei, kurz: die nicht mehr gespür-te innere Leere, sind Indizien des Schreckens. Der verzweifelte Schrei nach Gott, der die leere Leere wenigstens auf das Niveau gespürter Leere heben will, ist ein Zeichen des Widerstands. Immer lauter wird sein Echo in den Häuserschluchten der Städte. Doch ob er Resonanz findet im ewigen Gebet, im Flüstern der Glaubenden, ist nicht gesagt. Die Autoren des dritten Bandes der FUGE fragen aus weltanschaulich unterschiedlichen Blickwinkeln nach den Spuren Gottes in der Geschichte. Beiträge u.a. von Joris-Karl Huysmans, Jean-Pierre Wils, Lidia Guzy, John Cottingham, Leo N. Tolstoi, Martin Knechtges, Ekaterina Poliakova und und Jörg Schenuit.
Epiphanien werden von Christen als Zeichen gedeutet, mit denen sich Gott in der Geschichte der Menschen bemerkbar macht. Im Moment der Erscheinung öffnet sich die Enge des verzweifelten irdischen Lebens, in dem die Sehnsucht nach Geborgenheit schon allen Lebensmut erstickt hat und die Erfahrung eigener Fehlerhaftigkeit nur noch die erdrückenden Grenzen des Selbst erkennen lässt. Die lebenswendende Kraft der Epiphanie ist eine Gnade. Wie aber bereiten wir uns auf das Wunder der Verwandlung vor? In der FUGE bekennen Autoren, dass wir in diesem Leben verwandelt werden können und suchen nach Möglichkeiten entschiedener Bereitschaft.
Da mag von der Rückkehr der Religion noch so sehr die Rede sein: Dem Glaubenden, der nach dem Heiligen Ausschau hält, weht im liberalen Gemeinwesen ein profaner Wind entgegen, der ihn stören muss. Dabei sind es nicht die inneren Überzeugungen geistig beweglicher Atheisten, die seine religiöse Lebens-führung behindern. Mit intellektuellen Atheisten, die an sich selbst zweifeln, kann er ins Gespräch kommen. Es ist die zum Dogma erstarrte a-religiöse Gesamttendenz unserer Kultur, die ihm zum Problem geworden ist. Denn in ihrem Sog werden alle Phäno-mene des Lebens unbedacht profan gedeutet. Da-durch sind die Glaubenden genötigt, ihre religiösen Überzeugungen in der Öffentlichkeit zurückzuhalten und sie zu einer bloßen Privatsache zu degradieren. Mit dieser Zumutung leben sie unter den kulturellen Bedingungen einer zementierten laïcité.