Die Befehlshaber der rückwärtigen Heeresgebiete 1941-1943
Hunger, Terror und Massenmord waren die Konsequenzen der deutschen Herrschaft im Osten. Das galt auch für die unter Militärverwaltung stehenden rückwärtigen Heeresgebiete. Sie waren zeitweise noch vor den Reichs-kommissariaten die größten deut-schen Verwaltungseinheiten. 1941 bis 1943 waren sie Schauplatz einer radikalen Ausbeutungs- und Vernichtungs-politik, eines brutalen Partisanenkriegs und der Ermordung zahlloser Menschen jüdischer und nicht-jüdischer Herkunft. Mitverantwortlich für all dies waren als Inhaber der vollziehenden Gewalt die Befehlshaber der rückwärtigen Heeresgebiete: Max von Schenckendorff, Karl von Roques, Franz von Roques und Erich Friderici. Der Autor untersucht in seiner sorgfältig recherchierten Arbeit erstmals den Einfluss dieser Generäle auf die Besatzungspolitik, ihre sich im sog. 'Bandenkampf' immer stärker radikalisierenden Aktionen gegen die Partisanen und ihre Rolle bei der Ermordung der jüdischen Bevölkerung. Und er fragt nach ihren Entscheidungs- und Handlungsfreiräumen im Gewirr deutscher Dienst-stellen in den besetzten Gebieten der Sowjetunion.
Der vorliegende Band verfolgt das Ziel, eine Auswahl von Texten, die mit der Selbstbezeichnung statutum seit dem 12. Jahrhundert aus allen Bereichen der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Herrschafts- und Gesellschaftsordnung überliefert sind, zum Gegenstand der interdisziplinären Diskussion zu machen. Kirchliche Statuten ebenso wie landesherrliche und städtische Ordnungen und Texte des Adels und der Bruderschaften erfahren als Phänomen von europäischer Bedeutung eine eingehende Analyse ihrer Genese. Ein weiterer großer Themenkreis ist die formalliterarische Bestimmung dieser Texte und ihre Zuordnung zur Kultur gelehrter Rechtswissenschaft. Dabei wird auch die normative Qualität von Statuten im Verhältnis zu anderen normierenden Texten geprüft. Damit verknüpft sich die Untersuchung der Rezeption und Verbreitung von Statutentexten: Die Fülle bezeugter Verwendungen zeigt ein Spannungsfeld, das von einer rein repräsentativen oder legitimatorischen Funktion bis hin zur unentbehrlichen Normgrundlage komplexer Institutionen reicht. Verblüffend ist hierbei ihre Funktionalität und die statuarische Modernität.