in Nationalsozialistisches Migrationsregime und 'Volksgemeinschaft'
in Nationalsozialistisches Migrationsregime und 'Volksgemeinschaft'
in Nationalsozialistisches Migrationsregime und 'Volksgemeinschaft'
HerausgeberIn: Jochen Oltmer
Wie der Krieg selbst, so entwickelte auch das Problem der Gefangenschaft im Ersten Weltkrieg bis dahin nie gekannte Dimensionen. Etwa 8 bis 9 Millionen Soldaten gerieten von 1914 bis 1918 an allen Fronten in die Gewalt ihrer Gegner. Das Kriegsende bedeutete nicht das Ende des Problems, weder national noch international. Erst 1922 kehrten die letzten deutschen, österreichischen und russischen Kriegsgefangenen zurück. Kriegsgefangenschaft war zunächst ein individuelles Schicksal, das vielerlei Gesichter tragen konnte. Für die am Krieg beteiligten Staaten verbanden sich mit der massenhaften Internierung von Kriegsgefangenen weitreichende militärische und sicherheitspolitische Fragen, aber auch außen- und nationalitätenpolitische Interessen, ließ sich doch die Internierung politisch durchaus instrumentalisieren. Und der Einsatz von Kriegsgefangenen als Zwangsarbeiter eröffnete den unter Arbeitskräftemangel leidenden Kriegswirtschaften ganz neue Perspektiven. Von diesen individuellen und kollektiven, eng miteinander verflochtenen Problemen in der Situation des ersten 'totalen' Krieges der Geschichte handelt flächendeckend mit Originalbeiträgen von Experten aus fünf Staaten der vorliegende Band. Länderstudien behandeln den Umgang mit Gefangenen in Deutschland, Frankreich, Russland, Großbritannien und in der Habsburger Monarchie. Sie werden um Untersuchungen von zentralen Aspekten der staatlichen und gesellschaftlichen Reaktion auf das Massenphänomen Kriegsgefangenschaft 1914–1922 ergänzt.
Europäische Anwerbestopps 1970-1974
HerausgeberIn: Jochen Oltmer
Jenseits der Ölkrise - »Grenzen der Aufnahmefähigkeit« - Europäisierung der Migrationspolitik. Beendete tatsächlich die Ölkrise die »Gastarbeiter-Ära«? Warum stoppten alle westeuropäischen Industriestaaten Anfang der 1970er Jahre ihre Anwerbung und schlossen die Grenzen für unerwünschte Arbeitsmigranten? Das Buch begibt sich auf die Suche nach der Entstehungsgeschichte der Anwerbestopps und zeichnet die Diskussionen der Beamten nach, die sich auf unterschiedlichen Ebenen von der Stadtverwaltung bis zur Europäischen Gemeinschaft mit dem »Problem der ausländischen Arbeitnehmer« beschäftigten. Dabei erklärt es am Beispiel Deutschlands, Frankreichs und der Schweiz, wie die nationalen Entscheidungen durch transnationale Diskurse geprägt wurden, sich gegenseitig beeinflussten und schließlich zu einer Europäisierung der Migrationspolitik führten.
Deutsche Arbeitskräftepolitik im besetzten Polen und Litauen 1914-1918
HerausgeberIn: Jochen Oltmer
Zwangsarbeit gehört zu den dunkelsten Kapiteln der deutschen Geschichte. In Forschung und öffentlicher Debatte wird Zwangsarbeit in der Regel ausschließlich mit dem Zweiten Weltkrieg in Verbindung gebracht. Doch bereits 1914-1918 war die Rekrutierung und Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte im deutschen Machtbereich zunehmend von Zwang gekennzeichnet.
Christian Westerhoff schließt eine Forschungslücke, indem er erstmals die Bedingungen, Formen und Folgen von Zwangsarbeit und Zwangsrekrutierung in den besetzten Gebieten Polens und des Baltikums während des Ersten Weltkriegs in den Blick nimmt. Er schildert anschaulich, wie insbesondere die militärisch verwalteten Gebiete des Baltikums zu einem 'Laboratorium' der Zwangsarbeit und des 'totalen Kriegs' wurden.
in Nationalsozialistisches Migrationsregime und 'Volksgemeinschaft'
Denkmuster und Debatten in Politik und Medien 1945-2010
HerausgeberIn: Jochen Oltmer
Die andere Seite der Medaille Migration: wie Auswanderer gesehen werden.
Wie wurde das Thema Auswanderung in der Bundesrepublik in Politik und Medien behandelt? Welche Ideologien und Traditionslinien lagen dem Umgang mit Auswanderung zugrunde? Wie veränderten sich diese Einstellungen zwischen der Nachkriegszeit und dem 21. Jahrhundert?
Gezeigt wird der von Verlustangst und Steuerungs-Illusionen gekennzeichnete Umgang mit Auswanderung in der Bundesrepublik. Erstmals werden die politischen und medialen Debatten um Auswanderung in den 1950er und 2000er Jahren analysiert und in Beziehung gesetzt. Hier zeigt sich eine Parallele zu den ebenso durch Furcht geprägten Debatten um Zuwanderung, der anderen Seite der Medaille Migration.
HerausgeberIn: Jochen Oltmer
Die erste komparative Langzeitstudie zu bilateralen Wanderungsverträgen wirft neues Licht auf die Geschichte der Anwerbung von »Gastarbeitern«.

Grenzüberschreitende Arbeitsmigration veränderte Europa im 20. Jahrhundert tiefgreifend. Das vorliegende Buch verbindet die Migrationsgeschichte der achtzehn wichtigsten Zu- und Abwanderungsländer des europäischen Arbeitswanderungssystems vom späten 19. Jahrhundert bis zum Anwerbestopp 1973/74 mit einer differenzierten Analyse der Genese und der Bedeutung von Anwerbeabkommen mit einem das 20. Jahrhundert überspannenden internationalen und komparativen Ansatz.
Wanderungen im Deutschen Reich in den späten 1920er und frühen 1930er Jahren
HerausgeberIn: Jochen Oltmer
Binnenwanderungen 1929 bis 1935 im Spannungsfeld von Weltwirtschaftskrise, Weimarer ›Staatskrise‹ und NS-›Machtergreifung‹. Wie entwickelte sich das innerdeutsche Migrationsgeschehen im Blick auf Verläufe, Strukturen und Praktiken vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökonomischen, gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen der späten 1920er und frühen 1930er Jahre? Die Weltwirtschaftskrise veränderte das Wanderungsgeschehen in Deutschland fundamental: Alte Wanderungstraditionen liefen aus, neue Migrationsbewegungen traten auf, Zielräume und Motive veränderten sich. Gezeigt wird der Wandel am Beispiel der inländischen landwirtschaftlichen Wanderarbeiter, der Krisenwanderungen ›Erwerbs- und Wohnungsloser‹ sowie der Migration im Kontext des Siedlungsprogramms ›vorstädtische Kleinsiedlung‹. Erstmals wer-den durch den Vergleich der Binnenwanderungen in der Endphase der Weimarer Republik und den ersten Jahren der NS-Herrschaft Kontinuitäten und Brüche aufgezeigt.