in Zwangsarbeit als Kriegsressource in Europa und Asien
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Die Transformation des Nils und das moderne Ägypten 1882–1971
Die Bedeutung des Nils und seiner technischen Umgestaltung in einen Bewässerungskanal für die Entstehung des modernen Staates Ägypten wird bis heute unterschätzt. Das Streben nach Kontrolle über die Ressource Wasser machte Ägypter und Briten zu Rivalen um die Zukunft des Landes.
Die Geschichte Ägyptens im 20. Jahrhundert und seine koloniale Befreiung wurden meist als Kampf politischer und sozialer Kräfte erzählt. Dem Nil und seiner wasserbaulichen Nutzung – der Konstruktion von Bewässerungsanlagen und Staudämmen in dem Wüstenstaat – wurde aus historischer Perspektive jedoch kaum Beachtung geschenkt. Der Band schließt diese Lücke. Er erzählt, wie Wasserbauingenieure einen »neuen« Nil konstruierten, um Ägypten zu einem fortschrittlichen Land zu machen. Das Ziel, einen modernen Wasserbau-Staat ohne Ressourcenknappheit zu errichten, führte zur Rivalität zwischen den Ägyptern und der Kolonialmacht Großbritannien hinsichtlich ihrer Pläne für die Zukunft des Landes. Der Nil wurde zur Arena dieser Auseinandersetzung – mit Folgen bis in die Gegenwart.
Industrie und Fotografie im Zarenreich (1860–1917)
Kaum jemand kennt die Vorgänger der sowjetischen Industriefotografie. Dieses Buch nimmt erstmals diese Aufnahmen in den Fokus und zeichnet nach, welche Rolle der Industrie und den Fabriken in den Bildwelten des Zarenreichs zugedacht war.
Industriefotografien eröffneten Außenstehenden einen Blick hinter russische Fabriktore. Damit prägten sie in Alben, Fest­ und Zeitschriften sowie auf Postkarten das Bild von Fabriken in der russischen Gesellschaft. An den Schnittstellen von Fotografie­, Industrie­, Technik­ und visueller Geschichte analysiert die Autorin erstmals, wie sich die Industriefotografie im Zarenreich entwickelte und welche Botschaften über Industrialisierung und Fabriken die an der Herstellung und Verbreitung der neuen Bilder beteiligten Akteure mit den Aufnahmen vermittelten. Vergleiche mit Studien aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den USA stellen die russische Fabrikfotografie in einen größeren Kontext und verdeutlichen, dass weniger von einer nationalen als von einer europäisch/nordamerikanischen Bildsprache gesprochen werden muss.
Die Elektrokrampftherapie und ihr Apparat, 1938–1950
Die Elektroschocktherapie gilt als eine Ikone der technisierten Medizin des 20. Jahrhunderts und ihres Zugriffs auf den Menschen. Doch fehlte bislang historische Forschung zu ihrer Technik. Diese Studie untersucht umfassend und international vergleichend die Gestaltung der EKT in den 1940er Jahren.
Max Gawlich betrachtet mittels Fallstudien aus Deutschland, Großbritannien und der Schweiz die technische Entwicklung und klinische Einführung der Elektrokrampftherapie. Er stützt sich dabei auf umfangreiches technisches und klinisches Archivmaterial und durchleuchtet kritisch die therapeutische Erprobung und Entwicklung im Wechselspiel von Ingenieuren, Ärzten, Patienten und Pflegern.
Zudem untersucht er die medialen, praktischen und epistemischen Strategien im Umgang mit den unbekannten Apparaten im Klinikalltag. Darüber hinaus identifiziert er die Aufschreibetechniken und Apparate der Therapie sowie die therapeutische Praxis und analysiert sie hinsichtlich der Konzepte Wirksamkeit, Nichtwissen und Lokalität der Anwendung.
Von der Antike bis zur Gegenwart
Sic semper tyrannis! - So ergeht es den Tyrannen immer! Politischer Mord gehört zur Geschichte, ob in der Antike oder in der Gegenwart. Oft gewinnen die Taten als Mythos ein dauerhaftes Eigenleben. Aber Mord ist nicht gleich Mord.
Zwölf spannende Fälle politischen Mordens werden in ihren historischen und gesellschaftlichen Rahmen eingeordnet, auch mit Blick auf die unterschiedliche Wahrnehmung durch Zeitgenossen und Nachwelt. Motive und Muster ändern sich, doch ist das persönliche Charisma der Opfer vielfach eine treibende Kraft. Die politische Gewalt in Gestalt des Mordes manifestiert sich dabei in zwei Richtungen, denn nicht nur Herrscher und Politiker als Repräsentanten der Macht werden zum Ziel, sondern auch die Staatsmacht bedient sich des Mordes an Einzelnen oder an Personengruppen.
Gerade die jüngsten blutigen Ereignisse um Osama Bin Laden und Muammar al-Ghaddafi zeigen die Aktualität des Themas politischer Mord. Heldentaten oder Verbrechen? Die Antwort scheint je nach Standpunkt klar. Doch lässt sich immer so einfach Gut und Böse unterscheiden?
Eine Stoffgeschichte der Kulturpflanze Raps (1897–2017)
Wer sich im Frühjahr jenseits der Stadtgrenzen bewegt, dem sind sie bekannt: die gelben, wogenden Rapsfelder. Aber kaum einer kennt die wechselvolle Geschichte hinter dieser landschaftsprägenden Pflanze.
Was 1897 auf einer kleinen Ostseeinsel als Liebhaberei eines Züchters seinen Anfang nahm, avancierte in der Zeit der Weltkriege zur Ultima Ratio in der Nahrungsmittelversorgung. Raps war Teil der typisch deutschen Ersatzstoffkultur. Die Entwicklung nach 1945 liefert ein interessantes Kapitel deutsch-deutscher Geschichte. Der in den 1980er Jahren einsetzende Boom prägt heute sowohl das Bild von ländlicher Natur als auch von gesunder Nahrung. Die Raps-Geschichte ist deshalb auch eine deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts, die mit den Weltkriegen, der NS-Autarkiepolitik, der deutschen Teilung, der Ära der Ökologie und des Strebens nach erneuerbaren Energieträgern verknüpft ist.
Eine Technik- und Umweltgeschichte der Kleinwasserkraft (1880–1930)
Die Wassermühle mit Wasserrad ist heute noch vom Mythos einer vorindustriellen Form der Energiegewinnung umsponnen. Tatsächlich jedoch blieben diese »alten« Antriebstechniken an vielen Bächen mindestens bis in die Zwischenkriegszeit der wichtigste Kraftspender.
Diese »old technologies« (David Edgerton) der Wasserkrafttechnik wurden mit der Verwissenschaftlichung im Turbinenbau und der Elektrifizierung nicht obsolet. An vielen Wasserläufen in den südwestfälischen Mittelgebirgen lagen Einsatzbedingungen vor, die den Betreibern kleiner Hammerwerke oder Drahtrollen noch lange aus praktischen Gründen die Beibehaltung ihrer »alten« Wasserräder nahelegten.
Diese Technik-, Umwelt- und Wissensgeschichte der Kleinwasserkraft fragt nicht wie oft üblich nach dem Neuigkeitsgrad des technischen Wandels, sondern nach der Beständigkeit des Alten und Traditionellen.
Raumfahrt- und Technikenthusiasmus in Deutschland 1923–1963
Daniel Brandau legt eine umfassend recherchierte Kulturgeschichte der deutschen Raumfahrtbegeisterung vor – und schildert, wie Technikenthusiasmus in Skepsis umschlug.
Von der Weimarer Republik bis in die 1960er Jahre organisierten sich deutsche Raumfahrt-Interessierte in Vereinen, in denen sie an Raketen bastelten und für militärische wie zivile Visionen warben. Viele dieser Visionäre und Ingenieure verschrieben sich dem NS-Regime und entwickelten die Großrakete als Waffe. Den neuen, nunmehr friedlichen Raumfahrt- und Technikvisionen der Nachkriegszeit wurde daher mit Misstrauen begegnet. Während in der Bundesrepublik eine Debatte über die gesellschaftliche Kontrolle des Wissens der Techniker entbrannte, prallte in der DDR in der ‚Raketenfrage‘ die Kritik am Faschismus und seinen Waffensystemen auf die sozialistische Raumfahrt-Utopie. Durch zahlreiche Abbildungen werden auch die kosmischen Bildwelten der 1920er bis 1960er Jahre dem Leser vor Augen geführt.