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In: Sonett-Gemeinschaften
In: Praxis und Diskurs der Romantik 1800-1900
Zwischen transzendentaler Erkenntnis und absolutem Wissen
Die Arbeit rekonstruiert die epistemische Verschiebung von Kants transzendentaler Erkenntnis zu Hegels absolutem Wissen; erstmals im systematisch-historischen Zusammenhang der frühromantischen Texte Friedrich Schlegels.
Ankerpunkt der Untersuchungen ist dabei der von Schlegel erkenntnispositiv gewendete Gebrauch dialektischer Verfahren. Mit seiner paradigmatischen Umdeutung der „Transzendentalen Dialektik“ Kants werden erkenntnistheoretische Muster freigelegt, die der Einheit des Widerspruchs logischen Vorrang gewähren und den späteren Einsichten Hegels vorausgehen. Dialektik bestimmt dabei drei wesentliche Positionen im Umgang mit dem Absoluten: als transzendentale Idee bei Kant, als unendlicher Darstellungsverlauf bei Schlegel und als bewusstgewordene Einsicht in seine Selbstexplikation bei Hegel.

Die Frühromantik im Symposion der „Athenaeums-Fragmente“
In kritischer Auseinandersetzung mit der aktuellen Forschung wird eine paradigmatische Lektüre der »Athenaeums-Frag-mente« und zugehöriger Texte der Jenaer Frühromantik als eines paradoxen Projekts vollendeter Mitteilung entwickelt.
Die Romantik bleibt kontrovers: Manchen gilt sie als progressiv, anderen als repressiv und totalitär. Am Beispiel der »Athenaeums-Fragmente« und anderer Schriften der Frühromantik wird argumentiert, dass einer der wichtigsten Gründe für die Ambivalenz und Aktualität der Romantik in ihrem widersprüchlichen, ironischen und fragmentarischen Streben nach vollendeter Mitteilung liegt. Statt zwischen Schlegels Tendenzen zu Freiheit und Totalität zu entscheiden, werden die Gespräche zwischen Autoren und Texten rekonstruiert, die sein Projekt ermöglicht und die in Platons Symposion über den Eros ihr wichtigstes Vorbild und zugleich ihren ältesten Dialogpartner finden.
Frühromantische Kunstkritik und Hermeneutik
Die Genese der modernen Hermeneutik aus der frühromantischen Kunstkritik - zur Theorie und Praxis der Interpretation um 1800.
Friedrich Schlegel und Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher gelten als Begründer der romantischen und damit der modernen Hermeneutik schlechthin, zugleich aber auch als Vertreter der frühromantischen 'Antihermeneutik' und Verstehensskepsis. Der Band vergleicht erstmals die hermeneutischen Leistungen Schlegels und Schleiermachers und entfaltet ein differenziertes Bild der Literaturkritik und Textauslegung zwischen ca. 1790 und 1830, indem er die methodologischen Prämissen der untersuchten Autoren an ihrer performativen Umsetzung misst. Die Studie diskutiert früh-romantische Philologie, Kritik und Hermeneutik im praktischen Vollzug anhand exemplarischer, teilweise bislang kaum wahrgenommener Texte. Zu diesem Zweck werden nicht theoretische Einzelaussagen gesammelt und systematisiert, sondern interpretierende Texte in all ihren Widersprüchen ernst genommen.
Ein Beitrag zur Intellektuellengeschichte
Friedrich Schlegel entwirft in der Fragmentsammlung Ideen (1800) ein anspruchsvolles, synkretistisches Konzept des ›Künstlers‹ als eines kulturstiftenden und kulturkritischen ›Intellektuellen‹. Die Wesensmerkmale des von Schlegel konzipierten ‹Künstlers‹ sind Wortmächtigkeit, analytische und kritische Kompetenz, Reflexionsvermögen, Neigung zum Querdenken und Polemik. Dabei reflektiert er auch Möglichkeiten elitärer intellektueller Sozietäten als transitorische Organisationsformen zur Generierung neuer ›Künstler‹ und als Gegenentwurf zur als defizitär empfundenen Wirklichkeit des literarischen Feldes um 1800. Schlegel greift damit zeitgenössische Modelle des ästhetischen Diskurses der 1790er-Jahre und des Neuhumanismus ebenso wie traditionelle Topoi auf und verbindet diese mit formal und medial avantgardistischen Ansätzen.
Zur Rekonstruktion der frühromantischen Ethik Friedrich Schlegels
Das Werk Friedrich Schlegels gilt in der Literaturwissenschaft als gespalten. Andreas Hjort Møller geht der Frage nach der Verbindung zwischen dem Früh- und Hauptwerk des großen romantischen Kritikers Friedrich Schlegel nach.Das Frühwerk, z.B. kanonisierte kritische Schriften u.a. aus den Zeitschriften Lyceum und Athenaeum – feiert die Germanistik als anregende, revolutionierende Lektüre. Die Texte der späteren Schaffensperiode der Romantikforschung haben bisher als reaktionär sowie als philosophisch und ästhetisch wertlos gegolten. Dabei entdeckt Møller innere Zusammenhänge, in der Form einer früh- und spätromantischen Ethik, die man bisher nicht zur Kenntnis genommen hat.
Prolegomena zu Friedrich Schlegels Poetik
Neues von Friedrich Schlegel, Neues über ihn: die frühesten vollendeten Schriften des Autors in der einzig authentischen Fassung, die erste Edition seiner Schriften in historisch-kritischer Form - Auftakt zu einer genetischen Rekonstruktion seiner Poetik, die es sich versagt, die Texte Friedrich Schlegels zur Projektionsfläche heterogener Theorien zu machen.
Dass die beiden Schriften, die der Autor als seine »Erstgeburten« bezeichnete, der Forschung unbekannt und selbst in der »Kritischen Friedrich-Schlegel-Ausgabe« unberücksichtigt geblieben sind, ist ein erstaunliches Phänomen. In Erlinghagens grundlegender Studie werden die Texte nach allen Regeln der Kunst ediert: Seine Edition umfasst die Dokumentation der Faksimiles und deren Transkription, die kriti-sche Konstituierung der Texte, die synoptische Darstellung der handschriftlichen und der Druckfassungen, der frühen und der späten Fassungen und schließt auch eine Konkordanz der poetologischen Begriffe und die zugehörigen Kommentarbriefe des Autors ein, auch diese kritisch ediert.
Friedrich Schlegels altertumswissenschaftliche Manuskripte
Der Band stellt einen ersten Versuch zur wissenschaftlichen Erschließung zweier nachgelassener Manuskriptkonvolute des jungen Friedrich Schlegel dar, die bisher weder gedruckt noch ediert vorliegen.
Die Studien des Alterthums und die Fragmente zur Geschichte der griechischen Poesie entstanden Mitte bis Ende der 1790er Jahre, in der heißen Phase der Frühromantik. Sie behandeln die antike Literatur und ihr Nachleben genauso wie grundsätzlichere Fragen zur Theorie der Philologie und der Literaturgeschichtsschreibung. Für die Romantikforschung und für die Wissenschaftsgeschichte der Philologie sind sie von richtungsweisender Bedeutung. Dies wird hier in ständiger Rücksicht auf die Bedeutung der Philologie selbst reflektiert.