in Das Mittelmeer und der Tod
Augustinus: Confessiones 1-6
HerausgeberInnen: Dieter Hattrup und Norbert Fischer
Die „ Bekenntnisse“ des Augustinus zählen zum allerengsten Kanon abendländischer Literatur. Dieses Buch nimmt den ersten Teil des Werkes in den Blick, der durch seine autobiographischen Elemente gekennzeichnet ist. Die ersten sechs der insgesamt dreizehn Bücher bilden das lebensmäßige Fundament der späteren Bücher und sind stärker von Erzählungen bestimmt, bereiten die Reflexionen der folgenden Bücher aber schon vor. Nachdem 2003 ein Band zu den Büchern 7-9 unter dem Titel 'Freiheit und Gnade bei Augustins Confessiones' im Verlag Ferdinand Schöningh erschienen ist (s. unten), wird nun das lebensmäßige Fundament zum Thema, das sich vor allem in den vorausgehenden Büchern 1-6 findet. Vor den Beiträgen zu besonderen Fragen einzelner Bücher steht eine Untersuchung zur Geschichte der Autobiographie in der antiken Literatur (Niggl), am Ende steht der Versuch, Augustins Denken „diesseits und jenseits der narrativen Identität“ auf gegenwärtige Fragen zu beziehen (Greisch). Dazwischen stehen Abhandlungen, die in das Gesamtwerk der Confessiones einführen (Schulte-Klöcker) und die wichtigsten Themen der ersten sechs Bücher aufgreifen (Augustins Begegnung mit Schuld und Tod; mit der manichäischen Welterklärung, mit dem Skeptizismus, sein Frauenproblem).
HerausgeberInnen: Dieter Hattrup und Norbert Fischer
Das zehnte Buch der Confessiones steht in mehrfachem Sinn im Zentrum des Gesamtwerks, ja es kann in einer Art als Zentrum dieses Werkes verstanden werden, dass es dessen Kernaussage in dichtester Form vergegenwärtigt. Die ersten neun Bücher hatten von Augustins Leben bis zur Bekehrung erzählt. Im zehnten Buch greift Augustinus die Erzählungen des Vergangenen auf und reflektiert sie auf ihre Bedeutung für sein gegenwärtiges Leben. Diese Reflexionen weisen voraus auf die Untersuchungen der drei abschließenden Bücher, in denen Augustinus das menschliche Leben angesichts der Heiligen Schriften meditiert. In Erzählung, Reflexion und Meditation verfolgt Augustinus das doppelte Ziel der Selbsterkenntnis und der Gottsuche, die sein Herz hatte ruhelos werden lassen und ihm am Ende wahres, lebendiges Leben verheißt.
Zum 100. Geburtstag von Emmanuel Lévinas
HerausgeberInnen: Jakub Sirovátka und Norbert Fischer
Grundfragen der Philosophie von Lévinas: zur Interpretation der Hauptwerke, zur Ethik und ihrer Verbindung mit der Theologie, Metaphysik und das Besondere des Jüdischen, Rückblick über das Gesamtwerk. Das Buch stellt die Philosophie von Emmanuel Lévinas in ihren Hauptzügen und ihrem Facettenreichtum dar. Am Anfang stehen Interpretationen zu den zwei zentralen Werken ‚Totalität und Unendlichkeit’ und ‚Jenseits des Seins oder anders als Sein geschieht’. Die spezifischen Züge des Denkens von Lévinas werden in einem Dreiklang herausgearbeitet: Die Ethik wird als „Erste Philosophie“ ausgewiesen, der Mensch wird ‚in der Spur Gottes’ stehend charakterisiert und das Einzigartige des Jüdischen ins Licht gesetzt. Abschließend wird ein allgemeiner Rückblick auf das Gesamtwerk von Levinas geboten.
Der Sprung ins lebendige Leben
„Nie zuvor hat ein Mensch so vor seiner eigenen Seele gestanden, nicht Heraklit, nicht Sokrates, nicht Plato, wie der heilige Augustinus.“ So schrieb Karl Jaspers im letzten Jahrhundert. Noch heute geht eine Faszination von diesen Bekenntnissen aus. Und es war nicht nur der Name des großen Mimen Gérard Depardieu, der vor wenigen Monaten an einem kaltregnerischen Februartag 3000 Menschen vor und in Notre-Dame lockte, als er aus den Confessiones las, sondern ebendiese Faszination des Werkes selbst, die zum allerengsten Kanon abendländischer Literatur gehört. Wegen der Zentralität des Werkes werden die hier vorgelegten Aufsätze zu den Confessiones all den Interessierten separat zugänglich gemacht, die die bei Schöningh erscheinende Zeitschrift „Theologie und Glaube“ nicht abonniert haben. Abonnenten werden die Aufsätze im Themenheft 2/2003 erhalten.