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Eine begriffsgeschichtlich ausgewählte Darstellung der semantischen Differenzierungen von der Antike bis heute
Diese Wandlungsgeschichte der menschlichen „Seele“ leistet einen Beitrag zum besseren Verständnis der Geschichte der Psychologie vor dem Hintergrund ihrer philosophischen Tradition wie auch ihrer Ablösung hin zu einer eigenständigen Wissenschaft. Dabei werden die klassischen philosophischen Interpretationen des „Seelenbegriffs“ bis zur ihrer Neubewertung im Kontext der Entstehung der modernen Naturwissenschaften aufgezeigt, wie auch hermeneutisch rekursiv unter Hinweis auf mythologisch-philologische Quellen und ihrer Ausdeutung für die Genesis der Erkennbarkeit des „Unbewußten“ sichtbar gemacht. Die sich eigenständig etablierte Psychologie, aber insbesondere die Psychiatrie, hat im Zuge der Etablierung eines multifaktoriellen Funktionsbegriffs der „Seele“ unter der Ägide komplexer neurowissenschaftlicher Ein-sichten und Behandlungsmethoden vorerst den Endpunkt verschiedener auf Mehrebenen dysfunktional-asynchron oder funktional-synchron beschreibbarer Parameter seelischen Erlebens, Wahrnehmens, Verhaltens, Imaginierens und Denkens ihrer bewegten Geschichte gesetzt. Anhand der Wiederaufnahme einer phänomenologisch verstehenden „psychologischen Anthropologie“ Helmuth Plessners wird der Vorzug zu einem grundlegenderen Verständnis psychopathologischer „Irrwege“ aufgezeigt.
Untersuchungen zum rätselhaften Phänomen der Zeit
Diese philosophiegeschichtliche Darstellung über die unterschiedlichen Beschreibungs- und Erklärungsversuche „Zeit“ als seelisches, existenziales, gesellschaftliches oder bewußtseinsimmanentes, wie auch als astronomisches oder physikalisches Phänomen zu deuten, weist auf eine lange Geschichte im Kontext der Veränderungen der Lebenswirklichkeit der Menschen hin. Wies erst das theologische Mittelalter den Weg zu einem eigenständigen Naturbegriff, folgte ihm zeitgleich geistesgeschichtlich die Wiederaufarbeitung und Klä-rung der aristotelischen und platonischen Denkvoraussetzungen und schied im Christentum die Glaubenswahrheit von der Wissens¬er-kenntnis. Zeit als Orientierung und Rahmenbedingung konnte über ihre Entgrenzung in die Transzendenz wirksame Mechanismen der praktischen Lebensführung entwickeln, die der lebensweltlichen Arbeit ihren übergeordneten Sinn verlieh. „Zeit“ als ordnungs- und weltgestaltender Orientierungshorizont erfuhr mit der Einführung der Uhrzeit ein strengeres und auf Pünktlichkeit hin ausgerichtetes Koordinations- und Kontrollverhalten, das sowohl individuell wie gesellschaftlich mit der Zunahme der Objekt-welt ein beschleunigtes Synchronisationsmanagement erforderte. „Homo temporalis“ erschien auf der Weltbühne und als abstraktes Konstrukt schien wie selbstverständlich das gesellschaftliche Anforderungsprofil an Fahrt auf zu nehmen ohne dass an der gleichmäßig verlaufenden Zeit etwas verloren oder hinzugewonnen wäre.
Eine Phänomenologie der kapitalistisch-bürgerlichen Ökonomie
Mit den ideellen Entstehungsbedingungen des „kapitalistischen Geistes“ im 16. Jahrhundert dehnte sich über die Jahrhunderte hinweg formgebend die ökonomische Omnipräsenz des Wert- und Tauschverkehrs von Produkten oder Waren in alle gesellschaftlichen wie politischen Bereiche aus. In status nascendi erweisen sich der Benthamsche Utilitarismus wie der Freiheitsbegriff von John Stuart Mill für die angelsächsische Auffassung eines ökonomischen laissez-faire Stils als tragend. In der soziologischen Rezeption der calvinistisch-religiösen Weltanschauung von Max Weber und dem zeitlich nachfolgenden Zusammentreffen auf die Rationalität der kapitalistischen Produktionsweise verbanden sich beide Sphären miteinander. Änderte sich mit den maschinell-technischen Produktionsverfahren die Arbeitswelt fundamental und beherrschten die Lebensbedingungen der entwerteten menschlichen Arbeitskraft, prognostizierte die marxistische Theorie die Selbstauslöschung der kapitalistisch-bürgerlichen Gesellschaftsformation, die an ihren inhärenten Widersprüchen scheitern würde. Im Gegenzug dazu hat sich die im Lehenswesen bereits vorgezeichnete infrastrukturelle Bürgerverwaltung allmählich mit dem ablösenden Bürgertum durch die Institutionalisierung von Bildungseinrichtungen, wie der Urbanisierung ländlicher Gebiete in Deutschland unter der Gefolgschaft des gebildeten Beamtentums in bürokratische Verwaltungsstrukturen gegossen. Innerhalb des vielgliedrigen Wirkungsspektrums nationaler wie supranationaler komplexer wirtschaftlicher Transaktionen dominierte alsbald die Geldwirtschaft als systemstabilisierender bedeutsamer Faktor für Wirtschaftskreisläufe, wobei die Grenzen zwischen Staat, Politik, Banken und Wirtschaft verschwinden und ein „Unbehagen an der ökonomischen Kultur“ freigesetzt wird.