Eichendorff ist als herausragender Lyriker der deutschen Sprache bekannt geworden. Ein eigentümliches Bündel von Texten in Eichendorffs literarischem Nachlass wird dagegen oft übersehen: Eichendorffs politische Schriften. Dabei gewähren die Schriften aus der Zeit des Vormärz spannende Einblicke in das politische Denken des Dichters, der seiner Ausbildung nach Jurist, seinem Beruf nach preußischer Beamter war. Schlaglichtartig beleuchten und kommentieren sie aus der ganz eigenen Perspektive Eichendorffs die Verfassungsbewegung des 19. Jahrhunderts, das Verhältnis von Staat und Kirche nach der Säkularisation sowie den Bereich von Pressefreiheit und Zensur. Das Buch analysiert Eichendorffs politische Schriften aus der Sicht der Rechts- und Verfassungsgeschichte. Ergänzend werden Tagebuchauf-zeichnungen und Korrespondenz des Dichters herangezogen. Vor dem Hintergrund dreier verfassungsgeschichtlich bedeutsamer Sozialbezie-hungen – Aristokrat, Jurist, Beamter – lassen sich die zahlreichen Brüche in seinem politischem Denken nachvollziehen und zumindest in Teilen erklären. Einflüsse führender Staatsphilosophen und politi- scher Schriftsteller der Zeit – Adam Müller, Joseph Görres, Friedrich Schlegel und anderer – werden greifbar.