Die biblischen Texte in Gen 1–9 verweisen durch ihre nicht auflösbaren inneren Spannungen auf eine Vielstimmigkeit, die noch durch die Existenz mehrerer (in neutestamentlicher und frühchristlicher Zeit sowie nach katholischem Verständnis) verbindlicher Textfassungen verstärkt wird. Nach einem Blick auf den Stand der Bibelforschung in literarhistorischen Fragen zu Gen 1–9 werden Grundcharakteristika der Texte entfaltet. Welterschaffung (Gen 1) und Flut (Gen 6–9) gehören narrativ eng zusammen, die Welt in Gen 1 hat den Charakter eines utopischen Entwurfs, die Erzählung vom Brudermord in Gen 4 ist die eigentliche Sündengeschichte in Gen 1–9. Ein Blick auf die Septuagintafassung von Gen 1–2 zeigt innerbiblisch und wirkungsgeschichtlich höchst bedeutsame Sinnverschiebungen.

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in Biblische Zeitschrift
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