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  • Author or Editor: Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus x
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Neues über Konrad Adenauer
»Er war ein ganz großer Häuptling«, schrieb der Spiegel-Herausgeber Rudolf Augstein nicht ohne Respekt u¨ber Konrad Adenauer. Die großen Leitentscheidungen der Ära Adenauer sind heute unumstritten: der Aufbau einer Demokratie mit Menschenrechten, Rechtsstaat und Gewaltenteilung, die Schaffung des Vereinten Europas und die Soziale Marktwirtschaft. Adenauers Politik war jedoch von Anfang an strittig, und es dauerte geraume Zeit, bis diese Leitentscheidungen allgemein akzeptiert wurden.
Ju¨rgen Ru¨ttgers geht aus von der Kritik an Adenauer und fragt: Was war das fu¨r ein Mann? Es zeigt sich: Der erste Bundeskanzler war einer der wenigen, die nach dem Ende der Diktatur wussten, was sie wollten. Er konnte seine Ziele so beschreiben und begru¨nden, dass die Menschen sie verstanden.
Das machte ihn zum Gegner derjenigen, die sich nicht aus den bekannten Systemen herausl.sen wollen. Dieses Buch ist keine weitere Adenauer-Biographie, sondern will Neues u¨ber Adenauer aus alten und neuen Quellen darstellen – vor dem Hintergrund der Herausforderungen und Gfahren unserer heutigen Zeit.
Die frühen Jahre der Bundesrepublik Deutschland waren für die katholischen Bischöfe eine herausfordernde Zeit. Nach der Gründung des westdeutschen Teilstaats galt es, den Platz der Katholiken in der bundesdeutschen Gesellschaft zu behaupten, kulturelle Positionen zu verteidigen und neu zu erkämpfen. Innerhalb und außerhalb der Kirche vollzogen sich tiefgreifende Prozesse der Veränderung und Modernisierung. Die Lebenswelt der Katholiken war nicht mehr durch die Grenzen des katholischen Milieus bestimmt, katholische Positionen wurden nicht mehr selbstverständlich akzeptiert. Mit umso größerem Eifer bemühten sich die Bischöfe auf Länderebene weiter um den Erhalt des katholischen Schulwesens, rangen um den katholischen Einfluß in den Gewerkschaften und in der Militärseelsorge, in Rundfunk und Presse und in den Familienverbänden. Mit dem Katholischen Büro in Bonn unter der Leitung von Prälat Wilhelm Böhler schufen sie 1952 eine dauerhafte kirchliche Verbindungsstelle zum Staat. Auch die innerkirchlichen Strukturen mußten an die wachsenden Herausforderungen angepaßt werden: Mit der Einsetzung einer bischöflichen Sonderkommission begann 1950 ein Prozeß zur Neuorganisation der Fuldaer Bischofskonferenz unter ihrem Vorsitzenden Joseph Kardinal Frings. Das alte Referentensystem wurde durch ein neues System von Sachreferaten ersetzt. Ebenso bedurfte das katholische Vereins und Verbandswesen der Neustrukturierung. 1952 wurde das Zentralkomitee der deutschen Katholiken als Spitzenorganisation der Laien gegründet. Um die Formulierung des Statuts wurde hart gerungen; hier schlug sich die Sorge der Bischöfe nieder, die Arbeit der katholischen Laien könne sich allzu sehr verselbständigen und vom bischöflichen Lenkungsanspruch entfernen. Mehr als 250 sorgfältig ausgewählte Dokumente aus kirchlichen Aktenbeständen sind in diesem Band erstmals veröffentlicht und mit einer ausführlichen kritischen Kommentierung versehen. Sie gewähren dem Leser neue Einblicke in das bischöfliche Wirken der frühen 1950er Jahre und bilden für künftige Forschungsarbeiten eine bedeutsame Grundlage.