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  • Author or Editor: Thomas Schieder x
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In: Religiöse Kompetenz als Teil öffentlicher Bildung
Versuch einer empirisch, bildungstheoretisch und religionspädagogisch ausgewiesenen Konstruktion religiöser Dimensionen und Anspruchniveaus
Wie lässt sich religiöse Kompetenz im öffentlichen Bildungssystem definieren, wie mit Blick auf den evangelischen Religionsunterricht messen?
Diesen Fragen sind zwei interdisziplinäre Forschungsprojekte an der Humboldt-Universität zu Berlin nachgegangen. Ihre Ergebnisse werden hier erstmals umfassend vorgestellt. Spätestens seit dem sogenannten PISA-Schock fragen Erziehungswissenschaftler und Bildungspolitiker, wie die Qualität des deutschen Bildungssystems angehoben werden kann. Die Kultusministerkonferenz hat die Entwicklung von Bildungsstandards in Auftrag gegeben. Diese werden jedoch nur hilfreich sein, wenn sie die fachspezifischen Kompetenzen mit bildungstheoretisch und bereichsdidaktisch fundierten Modellen empirisch abgesichert erfassen. Modelle, die diesen Ansprüchen genügen, sind weitgehend noch ein Desiderat. Der Band stellt eine für den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen ausgearbeitete und am Beispiel des evangelischen Religionsunterrichts konkretisierte Konzeption vor und gibt Einblicke in die Entwicklung eines Instruments, das religiöse Kompetenz zu messen erlaubt.
Beiträge aus fachdidaktischer Forschung
Kompetenzorientierung verändert die didaktische Struktur von Lernprozessen - auch im Religionsunterricht.
Der mit der Einführung von Bildungsstandards verbundene Paradigmenwechsel der Bildungs- und Schulpolitik hat auch Konsequenzen für die Religionsdidaktik gehabt. Sowohl für den evangelischen als auch für den katholischen Religions-unterricht gibt es in den meisten Bundesländern in-zwischen kompetenzorientierte Kerncurricula. Auch die wissenschaftliche Religionspädagogik diskutiert seit einigen Jahren intensiv die Frage, in welchem Maße der neue Ansatz der Kompetenz-orientierung die traditionelle Gestalt des Religionsunterrichts verändern wird. Inzwischen liegen Er-gebnisse aus verschiedenen Forschungsprojekten zur Kompetenzorientierung im Religionsunterricht vor. Die vorliegende Publikation präsentiert die jüngsten Forschungsergebnisse und diskutiert die daraus abzuleitenden Konsequenzen für die Gestaltung von religiösen Lern- und Unterrichtsprozessen.
Kulturelle Anstöße und interdisziplinäre Diskurse bilden eine Grundlage für Orientierung in einer unübersichtlich gewordenen Gegenwart und gestalten die religiös-kulturelle Prägung der Öffentlichkeit. Bildende Kunst, Literatur, Theater und Film formen das Bild einer Öffentlichkeit, in der sie gesellschaftliche Entwicklungen erspüren oder auf eine unerwartete Weise darstellen. Mit ihrer Sensibilität für Brüche, Verborgenes und Unausgesprochenes erkennen sie oft Veränderungen, bevor diese sich öffentlich manifestieren. Persönlichkeiten aus Kultur, Kirchen, Politik und Wissenschaften aus verschiedenen europäischen Ländern setzen sich mit dem Selbstverständnis der Gesellschaft und ihren Wertvorstellungen auseinander. Das Spannungsverhältnis von öffentlich und privat im öffentlichen Raum kennzeichnet die Beziehung zwischen Staat, Gesellschaft, Kunst und Religion.