Ausgehend von der Urszene des Wissens in Genesis 2,9, nach der Adam den Tieren ihre Namen gegeben hat, werden Wissensgenealogien der Frühen Neuzeit vor dem Hintergrund von drei biblischen Mythen (Paradies, Babel, Sintflut) untersucht. Am Beispiel der Weltchronistik, Historia naturalis, Alchemie und Geographie soll gezeigt werden, dass sich diese ‚Wissenschaften‘ in jener Zeit nur z.T. von den Vorgaben ihrer Ursprungsmythen emanzipieren, vielmehr zeigt sich die variable Interpretierbarkeit letzterer darin, dass sie sich ganz unterschiedlichen avancierten Erkenntnisständen anpassen können. Solche „Arbeit am Mythos“ spielt ‚Wissenschaft‘ nicht gegen die biblischen Mythen aus, sondern erweist diese als Reflexionsmedien für eine Wissensgeschichte, die Tradition und Innovation miteinander synthetisiert.

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