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In: Otto von Bismarck und das "lange 19. Jahrhundert"
In: Otto von Bismarck und die Wirtschaft
In: Otto von Bismarck und die Wirtschaft
Nach Hitlers Machtergreifung 1933 gewährte der Laacher Abt Ildefons Herwegen dem abgesetzten und bedrohten Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer ein Jahr lang Zuflucht in seinem Kloster. Gleichzeitig versuchte der Abt mit seinen engsten Mitarbeitern, Brücken der Verständigung zwischen der katholischen Kirche und dem Nationalsozialismus zu bauen. Mehr noch: Spätestens seit Heinrich Bölls 1959 erschienenem Roman "Billard um halb zehn" ist bekannt, dass die Mönche von Maria Laach Hitlers Machtergreifung begeistert feierten. Erst Anfang 1934 distanzierte sich der Konvent vom Regime, so dass Adenauer von einer "wahren - sehr offen zugegebenen - Götterdämmerung" sprach. Die politischen Einlassungen der Laacher Mönche fanden damals grosse Beachtung und führten zu scharfen Auseinandersetzungen. Zahlreiche neue Quellenfunde ermöglichen es nun, erstmals einen minutiösen Überblick über die Ereignisse zu geben. Dabei werden die Gründe für die Entstehung der rechtskonservativ-nationalistischen Positionen der führenden Mönche der Abtei und ihre Einbettung in das Lager der Rechtskatholiken sorgfältig analysiert. Ebenso gründlich wird die Frage erörtert, warum sich die Abtei bereits nach einem Jahr von ihren bisherigen Positionen abwandte. Die spannende Darstellung schildert dann die - zuletzt erfolgreichen - Anstrengungen der Benediktiner, im Kirchenkampf zu überleben, sowie das Kriegsende und die schwierige Neuorientierung in den ersten Nachkriegsmonaten.
Studien über die Rolle Bismarcks in der Außen- oder Innenpolitik gibt es zuhauf, Arbeiten, die sich mit dessen wirtschaftspolitischen Auffassungen beschäftigen, sind hingegen eher selten. Gleichwohl war das Interesse Bismarcks an wirtschafts- und sozialpolitischen Fragen groß.
Die Arbeiten an der Neuen Friedrichsruher Ausgabe seiner Werke zeigten: Auf Grundlage vorgelegter Referentenentwürfe hat sich Bismarck selber in die komplizierte Materie eingearbeitet, Entscheidungen vorbereitet und getroffen. Angesichts dieses Befundes lag es für die Otto-von-Bismarck-Stiftung nahe, sich mit dem Verhältnis zwischen Bismarck und der Wirtschaft zu beschäftigen. Die Ergebnisse dieser Tagung von 2010 werden hiermit vorgelegt.
Editor:
In der Bundesrepublik Deutschland setzte in den 1950er Jahren ein weitreichender gesellschaftlicher Wandel ein: Das Ende der Adenauer-Ära kündigte sich an. In der Wirtschafts-, Arbeits- und Lebenswelt vollzogen sich grundlegende Veränderungen: Gleichstellung der Frau innerhalb der Familie, Einführung der gleitenden Arbeitswoche und die Veränderung der Sozialhilfe waren nur einige äußere Anzeichen.
Kirche und Katholizismus in Deutschland wurden in diesen grundlegenden politischen und gesellschaftlichen Wandel einbezogen. Dieser Dokumentenband legt für Wissenschaft und Forschung mehr als 300 kritisch kommentierte Konferenzprotokolle, Berichte und Briefe aus den Aktenbeständen der Erzbischöfe von Köln sowie von München und Freising vor. Sie ermöglichen einen unmittelbaren Einblick in das Denken und Handeln der katholischen Bischöfe am Vorabend der »langen sechziger Jahre« in Deutschland und des epochalen Zweiten Vatikanischen Konzils.
Krieg, christliche Kultur und Antisemitismus in Ungarn
»Prohászka, Ottokár. Leading figure of conservative antisemitic ideology.« – Diesen Satz liest der Besucher in ungarischer und englischer Sprache unter einem Portrait des Bischofs Ottokár in der Dauerausstellung des im April 2004 neu eröffneten Holocaust-Museums in Budapest. Prohászka war von 1905 bis 1927 Bischof von Stuhlweißenburg (Székesfehérvár) und gilt als Initiator für die Formung des Katholizismus in Ungarn seit Mitte der 1890er Jahre. Die aktuelle Forschung sieht einen engen Zusammenhang zwischen dem politischen Katholizismus Ungarns und dem Antisemitismus der Zwischenkriegszeit. So lautet die Kernfrage des Buches: Welche Rolle spielte die »Erfahrung des Krieges« im Wandlungsprozess antisemitischer und nationalistischer Denkweise bei Prohászka? Welche Wirkung hatte der Krieg auf das Denken und Handeln katholischer Würdenträger in Ungarn? Besteht ein Zusammenhang zwischen Theologie, Nationalismus und Antisemitismus?
Elsässische und französisch-lothringische Geistliche im Ersten Weltkrieg
Author:
Die Studie liefert einen wichtigen Beitrag zur deutschen und französischen Erfahrungsgeschichte des Ersten Weltkriegs. Am Beispiel der Grenzregion Elsass-Lothringen und dem von der Front zerschnittenen französischen Lothringen wird untersucht, wie tief sich auf beiden Seiten bei Klerikern, die als Soldaten, Sanitäter und Feld- oder zivilseelsorger fungierten, die religiöse Deutung des Krieges mit nationalen Selbst- und Fremdbildern verband. Auf einem breiten Fundament bislang unveröffentlichter Quellen, die dem Buch in einer CD-ROM beigegeben sind, kommt die Autorin zu einem ernüchternden Ergebnis: Die religiöse Deutung des Krieges nutzte sich ab, aber sie wurde nicht grundsätzlich in Frage gestellt.