Entstehung und Quellen des Gesetzes über die Rechtstellung der nichtehelichen Kinder vom 19.8.1969
HerausgeberIn: Werner Schubert
Das Nichtehelichengesetz vom 19.8.1969 reformierte nach dem Gleichberechtigungsgesetz von 1957 einen weiteren zentralen Teil des BGB von 1896. Diese Edition macht erstmals die bisher unveröffentlichten Quellen zu diesem Gesetz aus den Jahren 1961–1969 zugänglich und dokumentiert damit erstmals die Entstehung eines der grundlegenden zivilrechtlichen, gesellschaftspolitisch bahnbrechenden Gesetze der BR Deutschland. Neben dem Ehescheidungsrecht bildete seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert das Unehelichenrecht einen Kernbereich der familienrechtlichen Reformdiskussion. Die Gesetzentwürfe der Weimarer Zeit über die unehelichen Kinder (1925–1929) und der Gesetzentwurf von 1940 über die natürlichen Kinder traten niemals in Kraft. Das Grundgesetz von 1949 machte dem Gesetzgeber die Änderung des Unehelichenrechts zur Pflicht. Gleichwohl kam die Reformdiskussion erst Anfang der sechziger Jahre in Gang und war erst mit der Verabschiedung des Nichtehelichengesetzes abgeschlossen.