Danksagung

in Umkämpftes Gedächtnis
Freier Zugang
Danksagung

Jedes Buch hat eine Geschichte und ist mit Erinnerungen verbunden. Die Forschungen zum Thema des vorliegenden Bandes haben mich eine lange Zeit begleitet. Mit ihnen habe ich zu demonstrieren versucht, dass und wie die traditionelle Geschichtsschreibung zur Zeit der Napoleonischen Kriege, die sich auf Militär, Krieg und Politik reduzierte und Meistererzählungen zur Entstehung von Nation und Nationalstaat produzierte, aus kultur- und geschlechtergeschichtlicher Perspektive umgeschrieben werden kann.

Die vorliegende Studie untersucht das umkämpfte Gedächtnis der Antinapoleonischen Kriege im deutschen Sprachraum bis zum Ersten Weltkrieg und fragt, wie konkurrierende Diskurse und kulturelle Praktiken die kollektive Erinnerung beeinflussten, wie sich die Erinnerungen mit der Zeit veränderten und welche Faktoren diesen Wandel formten. Sie verbindet dabei die Ansätze der Politik-, Militär-, Kultur- und Geschlechtergeschichte mit der Analyse von Erfahrungen, Wahrnehmungen und Erinnerungen. Das Buch ist eine veränderte und erweiterte Ausgabe der englischen Monographie Revisiting Prussia’s Wars against Napoleon: History Culture and Memory, die 2015 von Cambridge University Press veröffentlicht und von der amerikanischen Central European History Society mit dem Hans Rosenberg Prize für das beste Buch in Central European History im Jahr 2015 ausgezeichnet wurde. Die deutsche Ausgabe konzentriert sich stärker als die englische auf die Erinnerungsproduktion, die – so mein Argument – bereits in der erinnerten Zeit selbst anfängt.

Dieses Buch und sein englischer Vorläufer wären ohne vielfältige Unterstützung und bereichernde Kooperationen in der vorliegenden Form nicht zustande gekommen. Besonders dankbar bin ich für die Erfahrung der Kollaboration in der europäischen Forschungsgruppe Nations, Borders and Identities (NBI): Experiences and Memories of the Revolutionary and Napoleonic Wars in Europe, 1792–1945, die ich initiiert und für deren Mitwirkung als Projektleiter ich Alan Forrest (University of York) und Étienne François (Freie Universität Berlin und Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne) gewinnen konnte. Arnd Bauerkämper (Freie Universität Berlin), Richard Bessel und Jane Rendall (beide University of York) gehörten ebenfalls der Projektleitung an. Das Projekt mit drei Doktoranden- und fünf Post-Doc-Positionen für jüngere Historiker und Historikerinnen aus drei Ländern, die zu Deutschland und Österreich, England und Irland, Frankreich, Polen und Russland gearbeitet haben, und einer Reihe von fünf Workshops und drei internationalen Tagungen wurde von 2004 bis 2008/09 vom britischen Arts and Humanities Research Council und der Deutschen Forschungsgemeinschaft großzügig finanziert. Das NBI Projekt hat nicht nur zu zwölf Buchpublikationen geführt, sondern auch zu zwei mit Kollegen des Projektes herausgegebenen Buchreihen. Die gemeinsame Arbeit an dem NBI Projekt hat meine eigene Forschung enorm bereichert. Zudem hat die DFG-Förderung mir ermöglicht, eine wissenschaftliche Hilfskraft, Friederike Brühöfener, einzustellen, ohne die die umfangreiche Quellenarbeit für dieses Buch, vor allem die Kombination von Digital Humanities und qualitativer Textauswertung, nicht möglich gewesen wäre. Hiermit möchte ich mich bei ihr, allen Mitgliedern der NBI Projektgruppe und den beiden Stiftungen herzlich bedanken.

Mein Dank geht auch an die Institutionen, die mir die Zeit zum Schreiben gegeben haben: mein UNC History Department, das UNC Institute for Arts and Humanities, an dem ich im Herbst 2008 Fellow war, und das National Humanities Center, dessen John G. Medlin Jr. Fellowship ich im akademischen Jahr 2011–12 erhielt. Nicht zuletzt möchte ich mich bei den beiden Kollegen und der Kollegin bedanken, die mir einen wahren Freundschaftsdienst geleistet und sich die Zeit genommen haben, das gesamte Manuskript der englischen Fassung des Buches kritisch zu lesen und mir wichtiges Feedback gegeben haben: Stefan Dudink (University of Njimegen), Alan Forrest (University of York) und Sonya Rose (University of Michigan, Ann Arbor). Herzlich bedanken möchte ich mich zudem bei meinem Mann, Björn Hennings, der mir bei der Rückübersetzung des englischen Manuskripts ins Deutsche geholfen, unzählige Anmerkungen überprüft und am Ende das gesamte deutsche Buchmanuskript Korrektur gelesen hat.

Chapel Hill, 17 Juni 2018