Die Anerkennung der Religionsfreiheit auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil

Texte zur Interpretation eines Lernprozesses

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Die Anerkennung der Religionsfreiheit auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil stellt einen historisch außergewöhnlichen Akt des Gewaltverzichts durch eine Religionsgemeinschaft dar. Vor allem mit der Erklärung »Dignitatis humanae – Über die Religionsfreiheit« verabschiedet sich die Kirche von der Vorstellung eines »katholischen Staates« und bestätigt damit lehramtlich die Trennung von Religion und Politik. Nachdem die katholische Kirche vor allem im 19. Jahrhundert und bis weit in das 20. Jahrhundert hinein bestimmte Freiheitsrechte, wie eben die Religionsfreiheit, entschieden abgelehnt und an der Idee eines konfessionellen Staates festgehalten hat, war der Schritt zu ihrer Anerkennung eine enorme Herausforderung. Ziel des Bandes ist es, den politischen Gewaltverzicht der katholischen Kirche als Lernprozess darzustellen, der – aus je unterschiedlichen Perspektiven – unterschiedlich interpretiert werden kann.

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Karl Gabriel ist Seniorprofessor am Exzellenzcluster Religion und Politik der Universität Münster.

Christian Spieß ist Professor für Ethik an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB) und Mitglied des Berliner Instituts für christliche Ethik und Politik (ICEP).

Katja Winkler ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Theologische Ethik/Sozialethik der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen.