Staat und Diversität

Agonaler Pluralismus für die liberale Demokratie

Reihe:

„Diversität“ soll gefördert und in den Strukturen von Staat und Gesellschaft verwirklicht werden. Der Begriff „Diversität“ transportiert – und das macht ihn für die Staatswissenschaften besonders interessant – eine komplexe, überwiegend noch diffuse Demokratietheorie, in der sich Gesellschafts- und Verfassungstheorie treffen.
Der Autor zeigt die theoretischen und dogmatischen Folgen für den modernen Verfassungsstaat auf. Die These lautet, dass eine diverse Gesellschaft notwendig mit Identitätspolitik einhergehe, in deren Folge identitäre Gruppen nach einem „exklusionsfreien Konsens“ verlangen. So belegt z. B. die Entpolitisierung gesellschaftlicher Konflikte, dass die Politik gegenüber Diversitätsansprüchen aus der Gesellschaft aufgeschlossen ist. Nicht mehr nur politische Minderheiten begreifen sich als identitäre Gruppen, auch Mehrheiten haben begonnen, diesen Schritt zu gehen. Wir sehen die Rückkehr des Hasses in die politische Auseinandersetzung. Das Diversitätskonzept sollte deshalb für die liberale Demokratie freiheitsgerecht gedacht werden.

  *Die Preise beinhalten keine Versandpauschalen. Preisänderungen vorbehalten.

Frank Schorkopf ist seit 2009 Professor für Öffentliches Recht und Europarecht an der Georg-August-Universität Göttingen.

Frank Schorkopf, geboren 1970. Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Hamburg und der London School of Economics. Promotion 1999, nach Aufenthalten als wiss. Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Völkerrecht, beim Bundesverfassungsgericht und an der Universität Bonn, Habilitation 2007. Zum Professor für Öffentliches Recht und Europarecht an die Georg-August-Universität berufen 2009. Ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen seit 2016.