Ein deutscher Gotteskrieger?

Der Attentäter Carl Ludwig Sand: Die Geschichte einer Radikalisierung

1819 ermordete Carl Ludwig Sand durch ein Messer-Attentat den Schriftsteller August von Kotzebue. Motiviert wurde der junge Täter durch ein übersteigertes Nationalgefühl, das auch terroristische Aktionen im Namen der „Deutschheit“ als legitim betrachtete. Ein Terrorakt sollte mit einem Schlag alle Deutschen befreien.
Zweihundert Jahre nach der Hinrichtung Carl Ludwig Sands im Mai 1820 legt Harro Zimmermann ein Buch vor, das auf der Erschließung von bislang unbeachteten Quellen beruht, und den so bewunderten wie verteufelten Attentäter in ein überraschendes Licht rückt. Angesichts heutiger Mordanschläge von Neo-Nazis und selbsternannten Gotteskriegern erweist sich der Fall Sand als die zeitgemäße Geschichte einer einsamen Radikalisierung durch Milieu und Lektüre, an deren Ende die Einzeltat steht. Harro Zimmermanns Buch ist somit auch ein Beitrag zur Kulturarchäologie des Rechtsradikalismus in Deutschland.

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Harro Zimmermann ist promovierter Literaturwissenschaftler und arbeitete als Redakteur bei Radio Bremen. Er ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland sowie der Jury der Sachbuch-Bestenliste von Welt, WDR 5, Neue Zürcher Zeitung und ORF 1. Im Ferdinand Schöningh Verlag veröffentlichte er Biographien zu Friedrich Schlegel (2009) und Friedrich Gentz (2012).